Wolfgang Klosterhalfen

O Gott: die Bibel!

Bibelgeschichten in Form von Gedichten (Version 7 der Reimbibel)

BoD, März 2013, 308 S., 19.90 €, Kindle: 9.99 €

In allen Buchhandlungen und bei Amazon:

www.amazon.de/dp/3837098761/?tag=reimbibel-21

 

www.reimbibel.de

 

 

Dr. Wolfgang Klosterhalfen, In der Donk 30, 40599 Düsseldorf, 14.5.2012

 

Einschreiben mit Rückschein

 

Herrn

Dr. Franz-Josef Overbeck

-persönlich-

Bistum Essen
Zwölfling 16
45127 Essen

 

Sehr geehrter Herr Dr. Overbeck,

 

mit Befremden habe ich zur Kenntnis genommen, dass Sie in einer Ansprache anlässlich der 54. Soldatenwallfahrt in Lourdes im Mai 2012 behauptet haben:

 

„Ohne Religion und ohne gelebte Praxis von Religion gibt es kein Menschsein.“

 

Ich verstehe Sie so, dass Sie areligiösen Menschen das Menschsein absprechen.

 

Bitte teilen Sie mir mit, ob areligiöse Menschen für Sie Untermenschen oder Tiere sind, oder wie Ihre Behauptung zu verstehen ist.

 

                                       

Mit freundlichem Gruß,

 

 

Bis heute habe ich von Herrn Dr. Oberbeck oder seinem Büro keine Antwort erhalten.

 

 

Dr. Wolfgang Klosterhalfen, In der Donk 30, 40599 Düsseldorf, 22.5.2012

 

 

Staatsanwaltschaft Essen

45130 Essen

 

Sehr geehrte Damen und Herrn,

 

ich bitte Sie zu prüfen, ob es sich bei den folgenden Äußerungen des Essener Bischofs Dr. Franz-Josef Overbeck (Bischofshaus, Burgplatz 2, 45127 Essen) um Straftaten im Sinne des §130 StGB (Volksverhetzung)  handelt, wonach u.a. zu bestrafen ist, wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet.

 

Herr Dr. Overbeck hat in seiner Eigenschaft als Militärbischof im Mai 2012 in Lourdes (Frankreich) eine Rede gehalten, die man sich seit dem 12.5.2012 auf youtube ansehen und anhören kann:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Vx5Bq-JgdJg

 

Darin sagte er wörtlich:

„dass es es kein rechtes Denken vom Menschen gibt ohne Gott“ (4:02)

„was das Staatswesen und das Rechtsdenken angeht, sonst zu katastrophalen Folgen führt, wenn wir uns nicht auf eine solche Grundlage (gemeint ist eine religiöse Rückbindung) beziehen…” (4:40)

„Menschen zeigen: ohne Religion und ohne gelebte Praxis von Religion gibt es kein Menschsein.“ (5:33)

 

Dem 2005 veröffentlichten „Eurobarometer“ der Europäischen Kommission ist zu entnehmen, dass nur noch 47% der Deutschen an einen Gott glauben. 25% glauben an ein höheres Wesen oder dergleichen, 25% glauben weder an einen Gott noch an ein höheres Wesen.

Quelle: http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_225_report_en.pdf   (Seite 11)

 

50% der Deutschen spricht Herr Dr. Overbeck ein „rechtes Denken vom Menschen“ ab. Mindestens die 25% der Deutschen, die von christlicher Seite als Atheisten bezeichnet werden, stellen nach Overbeck eine Gefahr für das Staatswesen und das Rechtsdenken mit potentiell katastrophalen Folgen dar. Diesen Atheisten sowie weiteren religionsfreien Menschen oder ihre Religion nicht praktizierenden Christen spricht Overbeck sogar das Menschsein ab! Obwohl die Bischöfe Meisner, Mixa und Müller sowie weitere katholische Kirchenführer schon häufig sog. Atheisten als moralisch minderwertig diffamiert haben, und obwohl immer wieder Christen mit Parolen wie „Moral braucht Gott“ oder „Ohne Gott ist alles erlaubt“ öffentlich Stimmung gegen Atheisten machen, stellt die Behauptung, ohne Religion und ohne die gelebte Praxis von Religion gäbe es kein Menschsein, eine neue Qualität katholisch inspirierter Hetze dar.

 

In einem Interview sagte Herr Dr. Overbeck:

„Oberste Priorität hat, dass Soldaten Gewalt nur im äußersten Notfall und vor allem verantwortungsvoll einsetzen. Mit einem festen Glauben lassen sich solche Entscheidungen gewissenhafter treffen.“

http://www.domradio.de/aktuell/81798/sinnvoll-und-wichtig.html

 

Weiter soll Herr Dr. Overbeck gesagt haben, die Anwendung von Gewalt bedürfe eines gefestigten Gewissens und eines klaren Charakters sowie Gottvertrauens.

http://www.domradio.de/aktuell/81785/die-letzte-wahl.html

 

Etwa die Hälfte der Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr sind nicht gläubig. Sie werden von Herrn Dr. Overbeck als weniger gewissenhaft herabgesetzt. Anscheinend ist er auch der Auffassung, dass Soldaten ohne Gottvertrauen den Anforderungen ihres Berufes nicht voll gewachsen sind.

 

Es ist mit der in Deutschland geltenden und gegen den Widerstand der Kirchen errungenen Meinungs- und Religionsfreiheit nicht vereinbar, dass Herr Dr. Overbeck die Menschenwürde von großen Teilen der Bevölkerung dadurch angreift, dass er sie beschimpft, verächtlich macht, verleumdet und ihnen sogar das Menschsein abspricht.

 

Mit freundlichem Gruß,

 

(Dr. Wolfgang Klosterhalfen)

 

 

 

Strafanzeige von Herrn Matthias Krause (Singapur, 29.5.2012)

http://skydaddy.wordpress.com/2012/05/30/neue-anzeige-gegen-militarbischof-overbeck/

 

 

Strafanzeige von Herrn Dr. Heinrich Klussmann (Germering, 30.5.2012)
http://gbs-muc.de/sites/default/files/download/hklussmann-anzeige-gegen-bischof-overbeck.pdf

hpd-Interview mit Herrn Dr. Klussmann (28.6.2012)

http://hpd.de/node/13651

 

Die Staatsanwaltschaft Essen hat ein Ermittlungsverfahren gegen Herrn Dr. Overbeck eingeleitet, dann aber wieder eingestellt. Es sei fraglich, ob die Tat in Frankreich mit Strafe bedroht sei, dass die Rede im Internet verbreitet wurde, sei dem Beschuldigten nicht vorzuwerfen, die Rede sei nicht geeignet gewesen, den öffentlichen Frieden zu stören. Ferner zog die Staatsanwaltschaft zur Begründung der Einstellung ein BVG-Urteil heran. Darin heißt es:

 Danach ist vielmehr erforderlich, dass der angegriffenen Person ihr Lebensrecht als gleichwertige Persönlichkeit in der staatlichen Gemeinschaft abgesprochen und sie als unterwertiges Wesen behandelt wird.“

Siehe http://www.bverfg.de/entscheidungen/rk20100204_1bvr036904.html Punkt 28

Aber genau das ist geschehen: Menschen ohne Religion werden von Herrn Dr. Overbeck nicht als gleichwertige Persönlichkeiten angesehen, sondern als unterwertige Wesen ohne Menschsein behandelt.

Es handelt sich um einen Angriff auf die Menschenwürde durch eine pauschale Abwertung der Persönlichkeit.

Kommentar zur Einstellung der Ermittlungen von Arik Platzek:

http://hpd.de/node/13706

 

Offener Brief der Giordano-Bruno-Stiftung an den Verteidigungsminister:

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/sites/default/files/download/brief-bdv.pdf

 

Nachtrag vom 9.2.2016:

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat zum §130 StGB u.a. wie folgt Stellung genommen:

„Als Beschimpfen, böswilliges Verächtlichmachen oder Verleumden nach § 130 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist das

Diffamieren von Bevölkerungsgruppen sowohl durch Tatsachenbehauptungen wie auch durch Werturteile

erfasst. Erforderlich ist zusätzlich ein Angriff auf die Menschenwürde. Zur Erfüllung des Tatbestands ist

deshalb grundsätzlich erforderlich, dass der Angriff gegen den Persönlichkeitskern des Opfers, gegen dessen

Menschsein als solches gerichtet ist.“

https://www.bundestag.de/blob/190798/a52bed78fd61296f7a3ea11e84e7c12e/volksverhetzung-data.pdf S. 2, unten

 

 

www.reimbibel.de