Wolfgang Klosterhalfen
Reimbibel
Heitere Aufklärung über den christlichen Aberglauben
BoD, Mai 2010, 319 S., 19.90 €
In der
Talkshow „Pelzig unterhält sich“ hat die Vorsitzende des Rates der EKD,
Bischöfin Dr. Margot Käßmann, Ende 2009 behauptet, Jesus habe Jüngerinnen
gehabt. Dies könne man bei Lukas, Kap. 8,
lesen:
Käßmann:
„Übrigens, dass es Jüngerinnen und Jünger gibt, steht tatsächlich in der
Bibel.“
Pelzig:
„Steht drin, aber schauen Sie, die Schwarzkittel wollen es nit lesen.“
Käßmann:
„Kann ich nur sagen: Lukas acht. Lesen Sie noch mal nach heut abend zuhaus.“
Pelzig:
„Ja, mach ich. Lukas acht?“
Käßmann:
„Lukas acht.“
Pelzig: „Da
ist von Jüngerinnen die Rede?“
Käßmann:
„Ja, Susanna zum Beispiel, die Jesus begleitet hat, andere, das steht da echt
drin.“
s. http://www.youtube.com/watch?v=reTZCl1ieF8
Hier dürfte
wieder mal der Wunsch die Mutter des Gedankens gewesen sein. Denn in der Bibel
sind Frauen keineswegs gleichberechtigt.
Auch bei
Lukas (Kap. 8) wird den Frauen eine dienende Rolle zugewiesen:
1 In der folgenden Zeit wanderte er von Stadt zu Stadt und
von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf
begleiteten ihn,
2 außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten
geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren,
3 Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und
viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie
besaßen.
Mit anderen Worten: Jesus und seine Jünger haben auf Kosten
dieser Frauen gelebt.
Was die frühen Christen von Frauen hielten, zeigen u.a. die folgenden Ausführungen der Apostel Paulus und Petrus:
Ihr sollt
aber wissen, dass Christus das Haupt des Mannes ist, der Mann das Haupt der
Frau und Gott das Haupt Christi. ... Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen,
weil er Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Denn der
Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Der Mann wurde auch
nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann.
Der erste Brief des Paulus an die
Korinther, Kap. 11 (3, 7-9)
Wie es in
allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in der Versammlung
schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden. Sie sollen sich unterordnen,
wie auch das Gesetz es fordert. Wenn sie etwas wissen wollen, dann sollen sie
zuhause ihre Männer fragen; denn es gehört sich nicht für eine Frau, vor der
Gemeinde zu reden.
Der erste Brief des Paulus an die
Korinther, Kap. 14 (33b-35)
Ihr Frauen,
ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn (Christus); denn der Mann ist das
Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie
gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus
unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen.
Der Brief des Paulus an die Epheser,
Kap. 5 (22-24)
Ihr Frauen,
ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt.
Der Brief des Paulus an die
Kolosser, Kap. 3 (18)
Eine Frau
soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen. Dass eine Frau
lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie
soll sich still verhalten. Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva. Und
nicht Adam wurde verführt, sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat das
Gebot. Sie wird aber dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt,
wenn sie in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führt.
Der erste Brief des Paulus an
Timotheus, Kap. 2 (11-15)
Ebenso
sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch sie, falls sie dem
Wort (des Evangeliums) nicht gehorchen, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte
gewonnen werden, wenn sie sehen, wie ehrfürchtig und rein ihr lebt.
Der erste Brief des Petrus, Kap. 3
(1-2)
Quelle:
Einheitsübersetzung http://alt.bibelwerk.de/bibel/?kbw_ID=75308524&
Die eigenwillige Behauptung von Frau Käßmann hat mich zu den
folgenden Versen inspiriert:
Maria-Magda und die andern,
die durften zwar mit Jesus wandern.
Auch durften sie mit Jesus essen
(bezahlt von dem, was sie besessen).
Doch durften sie nicht predigen,
weil Männer das erledigen.
Allerdings ist zumindest in der Apostelgeschichte (9, 36) von einer Jüngerin
die Rede: "Sie tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen." Von
Predigen, Teufel austreiben und Missionieren steht da aber nichts. Jüngerin
bedeutet hier so etwas wie "guter Mensch".
Zum
Frauenbild der Bibel und der Kirchenväter s. auch: http://www.kreudenstein-online.de/Helauluja/inspirationen_zum_thema_frau.htm
Zur Startseite: www.reimbibel.de
Unter Verweis auf das
Telemediengesetz und zweifelhafte hamburger Gerichtsurteile distanziere ich
mich von den Inhalten hier verlinkter fremder Webseiten. Ich halte diese Seiten
für interessant, kann aber nicht ständig deren Inhalte auf juristische
Unbedenklichkeit überprüfen.