Die nächste Reimbibel-Lesung findet am 1.4. 2014 ab 20 Uhr in Düsseldorf statt.

"O Gott: die Bibel!", Reim-Bibellesung mit Wolfgang Klosterhalfen.
Ein humoristisch-satirisches und religionskritisches Kabarett-Programm.

Der "humanistische Salon" des DA! (Düsseldorfer Aufklärungsdienst) bietet an jedem ersten Dienstag im Monat die Gelegenheit,

unter säkularen Humanisten ein bestimmtes Thema zu diskutieren.

An einem naturalistischen Weltbild Interessierte oder einfach nur Neugierige sind jederzeit herzlich willkommen!

Wir treffen uns ab 20h in der Galerie "the box" in der Duisburgerstr. 97, in Düsseldorf-Pempelfort. Eintritt frei.

Linie 707 ab HBF in Richtung Unterrath bis Schloss Jägerhof (es ist sehr schwer, in der Nähe der Galerie einen Parkplatz zu finden).

 

Hier das erste Gedicht, das der Autor der Reimbibel vortragen wird:

(Laut Bibel  hatte Gott dem Adam verboten,vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen.)

 

Die Vertreibung aus dem Paradies

(frei nach Genesis, Kap. 3)

 

Naschverbot im Himmelsgarten?

Eher nicht, was wir erwarten.

Eva war es etwas bange,

doch dann sprach zu  ihr die Schlange:

 

„Sterben wirst du dadurch nicht.“

Weiter dann die Schlange spricht:

„Diese Frucht ist wirklich heiß,

wissen wirst du, was Gott weiß.“

 

Eva aß, danach ihr Mann.

Adam sah sich Eva an,

dachte sich: „Mein Gott, wie böse,

Eva hat ja eine Möse.“

 

Adam zierte Sack und Glied.

Eva sah den Unterschied,

machte ihm ´ne Feigenhose.

(Diagnose: Sexneurose.)

 

Haben sich dann schnell versteckt,

dass der Herr sie nicht entdeckt.

Doch im Fall des Sündenfalles

checkte Jahwe sofort alles:

 

„Sag mir, Adam, wo du bist!

Warum hast du dich verpisst?“

(Logisch ist die Frage Mist,

weil der Herr allwissend ist.)

 

Adam drauf: „Ich bin ganz nackt,

darum hat mich Furcht gepackt.“

 

„Wer hat dir das denn gesagt?“,

hat der Herr zurückgefragt.

„Hast du von dem Baum genommen,

soll mein Zorn dich überkommen!“

 

„Herr, verschone meinen Leib,

diese Frucht gab mir das Weib.“

Jahwe sprach drum Eva an:

„Warum hast du das getan?“

 

Eva sprach: „Ich ward betrogen,

denn die Schlange hat gelogen.“

Jahwe sprach direktemange

diese Worte zu der Schlange:

 

„Weil du Böses hast getan,

fresse Erde nun fortan.

Menschen sollst du giftig stechen,

strafen sie für ihr Verbrechen.“

 

Und zu Eva sprach er dann:

„Dein Verlangen sei der Mann.

Schwanger werde und beim Kreißen

soll es dir den Leib zerreißen.“

 

Und zu Adam sprach er schließlich:

„Deine Tat stimmt mich verdrießlich.

Folgtest deines Weibes Rat,

strafen will ich deine Tat.

 

Ich verfluche deinen Acker,

also gehe hin und racker

dich auf deinen Feldern ab,

bis zu Staub du wirst im Grab.“

 

Jahwe wurde richtig fies:

„Raus aus meinem Paradies!“

Fortan war die Sünde erblich,

und der Mensch blieb Mensch und sterblich.

 

Trotz des Herren strenger Mahnung:

beide hatten keine Ahnung.

Wussten nicht, was bös und gut,

was man lässt, und was man tut.

 

Wegen einer Schlangenlist

wurde Gott zum Exorzist.

Und so weiß heut jeder Christ,

dass der Schöpfer reizbar ist.

 

Theologen von Beruf

rätseln, wer das Böse schuf.

Gott war´s nicht, so viel steht fest,

der hasst Böses wie die Pest.

 

Doch es bleiben arge Zweifel:

wer zum Teufel schuf den Teufel?

 

Ganz gewitzte Theologen

haben daher schon erwogen,

dass der böse Antichrist

Teil des lieben Gottes ist.

 

Denn aus Güte schuf Gott kaum

den verfluchten Früchtebaum

und der schwachen Menschen Sucht

nach dem Fleisch der süßen Frucht.

 

Wolfgang Klosterhalfen

O Gott: die Bibel!

Bibelgeschichten in Form von Gedichten (Version 7 der Reimbibel)

BoD, März 2013, 308 S., 19.90 €, Kindle: 9.99 €

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