Wolfgang Klosterhalfen

Reimbibel

Heitere Aufklärung über das

„Buch der Bücher“

BoD, Oktober 2011, 324 S., 19.90 €

www.reimbibel.de

 

 

 

DAS ERSTE TESTAMENT

 

Das Erste Testament (Alte Testament) entspricht weitgehend dem jüdischen Tanach. Auswahl und Anordnung der Schriften wurden bis zum Jahr 350 festgelegt.

 

Die fünf Bücher Mose (Pentateuch) bezeichnen die Juden als Thora. Der jahwistische Teil der Thora (Gott wird Jahwe genannt) wurde um 900 v. Chr. niedergeschrieben. Der elohistische Teil (Gott wird Elohim genannt) wurde um 720 v. Chr. verfasst. Die Priesterschrift entstand um 550 v. Chr. im Babylonischen Exil. Ein „Redaktor“ hat später mündlich und schriftlich Tradiertes zusammenfassend dargestellt.

 

Genesis

(Das 1. Buch Mose)

Mythische Urgeschichten

Gott erschafft Himmel und Erde

(Genesis, Kap. 1)

Am Anfang war Gott ganz allein

und sah wohl nicht viel Sinn im Sein.

Ganz langsam nur verging die Zeit

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

Ganz plötzlich kam ihm die Idee

(soweit ich das als Mensch versteh):

„Ich mache mir jetzt eine Welt,

die mir als Schöpfer gut gefällt.“

 

Wie Gott das machte, weiß man nicht,

wenn man von seiner Schöpfung spricht.

Für Christen ist jedoch ganz klar:

der Herr ist groß und wunderbar.

 

Gott schuf den Himmel, dann die Erde,

dass sie des Herren Bühne werde.

Die Erde war noch wüst und leer

und ganz bedeckt vom großen Meer.

 

Sein Geist beliebte, dort zu schweben,

ansonsten regte sich kein Leben.

Da sprach der Herr (das ist kein Jux):

„Es werde Licht nun - Fiat lux!“.

 

Nachdem er so das Licht gemacht,

schied Gott vom Tag die finst´re Nacht.

Dann machte er das Himmelszelt

als Bogen über unsrer Welt.

 

Durch Löcher in dem Firmament

tropft das, was man als Regen kennt.

 

Die Erde trennte er vom Wasser,

erschuf so Land und Meer, so dass er

als Nächstes Pflanzen schaffen konnte,

die dann das Licht zunächst besonnte.

 

Viel Grünes, Bäume, Früchte, Samen

danach nun an die Reihe kamen.

Er setzte Sonne, Mond und Sterne

ans Himmelszelt in weiter Ferne.

 

Der Herr war sehr erfinderisch,

schuf Schlangen, Vögel, Vieh und Fisch.

Die Tiere waren sehr verschieden,

und Gott der Herr war sehr zufrieden.

 

Besonders gut dem Herrn gerieten:

Bakterien, Viren, Parasiten.

Auch hat er damals nicht vergessen:

die Starken, die die Schwachen fressen.

 

Den Menschen schuf er sich zum Bild,

was Gläubigen bis heute gilt.

Man merke sich dabei genau:

Gott schuf den Mensch als Mann und Frau.

 

Bisweilen hört man diesen Spott:

Der Mensch erschuf auch diesen Gott,

und wenn die Menschen Pferde wären,

dann würden sie ein Pferd verehren.

 

„Wenn Kühe, Pferde oder Löwen Hände hätten und damit malen und Werke wie Menschen schaffen könnten, dann würden die Pferde pferde-, die Kühe kuhähnliche Götterbilder malen und solche Gestalten schaffen, wie sie selber haben. Xenophanes, gr. Philosoph, ca. 570-470 v. Chr., Fragment 15

 

Der Babylonier Himmelskult

war an den Himmelsleuchten schuld.

Die Sonne wie auch die Planeten

war’n göttlich und drum anzubeten.

 

Man ehrte sie an sieben Tagen,

vermied so Zorn und böse Plagen.

Die Priester machten nun Laternen

aus all den schönen Göttersternen.

 

Gottlos war der Sternenhimmel,

Schluss war mit dem Gottgewimmel.

Doch in unsern Wochentagen

klingen nach die Göttersagen.

 

Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche erkennen heute an, dass sich das vielfältige Leben auf der Erde durch Evolution entwickelt hat. Von Kreationisten wird dies bestritten. Ende 2008 waren 55 Prozent der US-Bürger davon überzeugt, dass es sich bei den biblischen Schöpfungsgeschichten um Tatsachenberichte handelt.

 

Die Poesie der Schöpfungsgeschichten beeindruckt seit über 2500 Jahren. Nicht minder faszinierend ist aber auch das wissenschaftlich fundierte Weltbild. Allein unsere Milchstraße hat etwa 300 Milliarden „Lichter“ und eine Ausdehnung von etwa 100.000 Lichtjahren. Im beobachtbaren Universum vermutet man etwa

100 Milliarden Galaxien, allein in unserer Galaxie mindestens 50 Milliarden Planeten.

 

Am Anfang gab es einen Knall,

das sagt man heute überall.

Was davor war,

ist noch nicht klar.

Noch ist er eine These bloß:

der „kosmische Zusammenstoß“.

 

Gemäß dieser These entstand unser Universum aus dem Zusammenstoß zweier Universen. Aber wie kamen die zustande?

 

Was ich den Astronomen glaub:

der Mensch besteht aus Sternenstaub.

 

Gott erschafft Adam, den Garten Eden und Eva

(Genesis, Kap. 2)

 

Zur Zeit als Gott die Erde machte,

er auch schon an die Pflanzen dachte.

Es gab bisher noch keinen Regen,

doch brachte Feuchtigkeit schon Segen.

 

Den Menschen formte Gott aus Erde,

Gott blies, dass er lebendig werde.

Aus einem feuchten Erdenkloß

entstand so Adam - nackt und bloß.

 

Der Herr erschuf dann einen Garten,

mit Bäumen, Früchten aller Arten.

Das Paradies, von dem wir reden,

ist uns bekannt als Garten Eden.

 

Er stellte den Erkenntnisbaum

zentral in diesen Lebensraum.

Es gab auch einen Lebensbaum,

doch diesen Baum erwähnt man kaum.

 

Die Bäume wuchsen nirgends besser,

denn Eden hatte vier Gewässer:

Es gab dort außer dem Pischon

den Tigris, Euphrat und Gihon.

 

Der Mensch, gesetzt in diesen Garten,

er musste nicht sehr lange warten,

bis Gott den Früchtebaum verbot:

„Wer davon isst, der ist bald tot.“

 

Der Mensch gab allen Tieren Namen,

die zu ihm in den Garten kamen.

Da sprach der Herr: „Er ist allein,

so soll es nicht auf Dauer sein.

 

Nach all den andern schönen Sachen

will ich ihm eine Hilfe machen.“

Er baute aus des Menschen Rippe

die Mutter unsrer Menschensippe.

 

Und als der Mensch die Frau dann sah,

da fühlte er sich ihr ganz nah:

„Fleisch vom Fleisch und Bein vom Bein,

ich nenn sie Frau, sie ist nun mein.“

 

Die Eltern lässt der Mann allein,

um mit der Frau ein Fleisch zu sein.

Die beiden Menschen waren nackt,

doch hat sie keine Scham gepackt.

 

Er ruhte aus am siebten Tage,

so steht es in der Schöpfungssage.

Und wer die Weltgeschicht´ studiert,

merkt schnell, dass Gott sehr gern pausiert.

 

„Kein Buch des Mose stammt von Mose, kein Psalm Davids von David, kein Spruch Salomos von Salomo, keine Vision Daniels von Daniel, die allerwenigsten Prophetenworte von den Propheten, unter deren Namen die Bücher überliefert sind. Es gab keinen Exodus aus Ägypten, keine Sinaioffenbarung und keine Übergabe der Zehn Gebote. Abraham, Isaak, Mose und Josua sind bloße Namen, Jericho wurde nie erobert.“ Gerd Lüdemann: Altes Testament und Kirche.

Springe 2006, S. 196.

Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies

 (Genesis, Kap. 3)

 

Naschverbot im Himmelsgarten?

Eher nicht, was wir erwarten.

Eva war es etwas bange,

doch dann sprach zu ihr die Schlange:

 

„Sterben wirst du dadurch nicht.“

Weiter dann die Schlange spricht:

„Diese Frucht ist wirklich heiß,

wissen wirst du, was Gott weiß.“

 

Eva aß, danach ihr Mann.

Adam sah sich Eva an,

dachte sich: „Mein Gott, wie böse,

Eva hat ja eine Möse.“

 

Adam zierte Sack und Glied.

Eva sah den Unterschied,

machte ihm ´ne Feigenhose.

(Diagnose: Sexneurose.)

 

Haben sich dann schnell versteckt,

dass der Herr sie nicht entdeckt.

Doch im Fall des Sündenfalles

checkte Jahwe sofort alles:

 

„Sag mir, Adam, wo du bist!

Warum hast du dich verpisst?“

(Logisch ist die Frage Mist,

weil der Herr allwissend ist.)

Adam drauf: „Ich bin ganz nackt,

darum hat mich Furcht gepackt.“

 

„Wer hat dir das denn gesagt?“,

hat der Herr zurückgefragt.

„Hast du von dem Baum genommen,

soll mein Zorn dich überkommen!“

 

„Herr, verschone meinen Leib,

diese Frucht gab mir das Weib.“

Jahwe sprach drum Eva an:

„Warum hast du das getan?“

 

Eva sprach: „Ich ward betrogen,

denn die Schlange hat gelogen.“

Jahwe sprach direktemange

diese Worte zu der Schlange:

 

„Weil du Böses hast getan,

frisst du Erde nun fortan.

Menschen sollst du giftig stechen,

strafen sie für ihr Verbrechen.“

 

Und zu Eva sprach er dann:

„Dein Verlangen sei der Mann.

Schwanger werde und beim Kreißen

soll es dir den Leib zerreißen.“

 

Und zu Adam sprach er schließlich:

„Deine Tat stimmt mich verdrießlich.

Folgtest deines Weibes Rat,

strafen will ich deine Tat.

 

Ich verfluche deinen Acker,

also gehe hin und racker

dich auf deinen Feldern ab,

bis zu Staub du wirst im Grab.“

 

Jahwe wurde richtig fies:

“Raus aus meinem Paradies!

Fortan sei die Sünde erblich,

fortan seien Menschen sterblich!“

 

So blieb die Frucht von Lebensbaum

ein unerfüllter Menschheitstraum.

Denn diesen Baum des Lebens

sucht man bis heut vergebens.

 

Zwei Cherubim mit Flammenschwert

verhindern, dass zurück man kehrt.

Gott wollte nicht ein Dauerleben

dem Mensch im Paradiese geben.

 

Trotz des Herren strenger Mahnung:

beide hatten keine Ahnung.

Wussten nicht, was bös und gut,

was man lässt, und was man tut.

 

Wegen einer Schlangenlist

wurde Gott zum Exorzist.

Und so weiß heut jeder Christ,

dass der Schöpfer reizbar ist.

 

Theologen von Beruf

rätseln, wer das Böse schuf.

Gott war´s nicht, so viel steht fest,

der hasst Böses wie die Pest.

 

Doch es bleiben arge Zweifel:

wer zum Teufel schuf den Teufel?

 

Ganz gewitzte Theologen

haben daher schon erwogen,

dass der böse Antichrist

Teil des lieben Gottes ist.

 

Denn aus Güte schuf Gott kaum

den verfluchten Früchtebaum

und der schwachen Menschen Sucht

nach dem Fleisch der süßen Frucht.

 

In der lateinischen Übersetzung heißt es: Eritis sicut deus, scientes bonum et malum (Ihr werdet sein wie Gott und erkennt Gut und Böse). Dass die Früchte am Baum der Erkenntnis meist als Äpfel dargestellt werden, könnte daran liegen, dass malum sowohl „das Bäse“ wie auch „Apfel“ bedeutet.

 

Die christliche Lehre von der Erbsünde hat zwar in der heutigen Theologie einen schweren Stand, sie ist aber in der Bevölkerung immer noch populär und wird z.B. im Katechismus der Katholischen Kirche wie folgt dargestellt (Nr. 390):

 

„Der Bericht vom Sündenfall [Gen 3] verwendet eine bildhafte Sprache, beschreibt jedoch ein Urereignis, das zu Beginn der Geschichte des Menschen stattgefunden hat [Vgl. GS 13,1.]. Die Offenbarung gibt uns die Glaubensgewißheit, daß die ganze Menschheitsgeschichte durch die Ursünde gekennzeichnet ist, die unsere Stammeltern freiwillig begangen haben [Vgl. K. v. Trient: DS 1513; Pius XII., Enz. ,,Humani Generis“: DS 3897; Paul VI., Ansprache vom 11. Juli 1966.].“

www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM

 

Ob Menschen überhaupt einen freien Willen haben, ist heftig umstritten. Während Katholiken und evangelikale Christen dies eher

bejahen, ist es gemäß der Prädestinationslehre (Augustinus, Calvin) nur der Gnade Gottes zu verdanken, wenn ein Mensch gut ist.

 

Zur christliche Lehre von der Erbsünde, der individuellen Schuld, dem Opfertod Jesu und dem Jüngsten Gericht passt die Annahme

eines freien Willens natürlich besser als eine Auffassung, wie sie Schopenhauer vertreten hat:

 

„Du kannst t h u n was du w i l l s t: aber du kannst, in jedem gegebenen Augenblick deines Lebens, nur ein Bestimmtes w o l l e n

und schlechterdings nicht Anderes, als dieses Eine.“ Arthur Schopenhauer: Preisschrift über die Freiheit des Willens.

 

Menschen haben zwar oft das subjektive Gefühl, frei entscheiden zu können, was sie tun und lassen, aber in Wirklichkeit unterliegen die Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen von Menschen physikalischen, chemischen, biologischen, psychologischen und politisch-ökonomischen Ursachen. Man kann daher aus deterministischer Sicht argumentieren, dass eine irdische oder göttliche Bestrafung eigentlich ungerecht sei. Es besteht jedoch aus praktischen Gründen Einigkeit darüber, dass Straftäter für ihre Taten zu bestrafen sind, soweit nicht eine offensichtliche Einschränkung der „Willensfreiheit“ (z.B. durch eine akute Psychose) dem entgegen steht. Interessanterweise erwarten auch Menschen, die an eine Freiheit des Willens glauben, dass sich eine Bestrafung positiv auf den (freien?) Willen des Täters auswirkt.

 

Gemächlich fliesst der Bach zu Tal,

er hat halt keine andre Wahl.

Er kann zwar unsern Durst gut stillen,

doch hat er keinen freien Willen.

 

Es scheint, wir handeln völlig frei

und treiben doch bergab dabei.

Der Bach, der Mensch, der Schweinehund,

sie haben immer einen Grund.

 

Denksport für Freiwillige

Denk drüber nach in aller Stille,

wovon er frei, der „freie Wille“.

Beliebt ist er in vielen Kreisen,

doch fehlt es leider an Beweisen.

 

Nach Kant ist Knechtschaft selbst verschuldet,

wenn man aus Feigheit Knechtschaft duldet,

wenn Menschen nicht gern selber denken,

wenn andere ihr Denken lenken.

 

Doch Schuld kann ich hier nicht erkennen,

man sollte es Tragödie nennen,

denn für die Feigheit kann man nicht.

Ich glaub, dass Kant hier Unsinn spricht.

 

Zwar bin ich nur ein kleines Licht

und stehe über Goethe nicht,

trotzdem will ich ihn hierfür loben:

„Du glaubst, du schiebst und wirst geschoben.“

(s. Faust, Walpurgisnacht)

 

Die Zehn Gebote

(Exodus, Kap. 20; Deuteronomium, Kap. 5)

 

Höret, was der Herr nun spricht:

andre Götter habet nicht.

Ich hab euch herausgeführt,

weshalb mir der Ruhm gebührt.

 

Ich bin voller Eifersucht,

auch dein Kind wird dann verflucht.

Macht von mir euch bloß kein Bild,

weil mein Zorn sonst überschwillt.

 

Preiset künftig meinen Namen,

denn sonst straf ich alle. Amen.

Samstags soll die Arbeit ruh’n,      

keine Werke sollt ihr tun.

 

Ihr sollt eure Eltern ehren,

niemals morden, nur euch wehren.

Auch müsst ihr mir fest versprechen,

eure Ehen nicht zu brechen.

 

Lügen sollt ihr nicht noch stehlen,

sonst werd ich euch höllisch quälen.

Falsches Zeugnis rede nicht,

wer von seinem Nächsten spricht.

 

Finger von der Nachbarsfrau,

so was nehm ich sehr genau.

Nachbars Sklavin, Nachbars Rind

nur für deinen Nachbarn sind.“

 

Darauf gab es Donner, Blitz,

Hörnerklang, das ist kein Witz.

Mose sprach: „Dies ward verkündigt,

dass ihr fürderhin nicht sündigt.“

 

„Mose sagt: ´Gott ist eifersüchtig´; und anderswo: ´Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.´ So seht ihr also etwas Göttliches darin, wenn Gott als neidisch bezeichnet wird, während ein eifersüchtiger und missgünstiger Mensch euch tadelnswert erscheint?“

Julian, römischer Kaiser (331-363), zit. in K. J. Neumann: Kaiser Julians Bücher gegen die Christen, 1880, S. 6f.

 

Viele Götter? Echnaton

hielt wohl nicht sehr viel davon.

 

Etwa zur Zeit des Mose gab es in Ägypten unter Echnaton vorübergehend einen Monotheismus. Es sollte nur noch der Sonnengott „Aton“ verehrt werden.

Auch Christen glauben, es gäbe nur einen Gott. Wieso ist dieser Gott dann eifersüchtig auf andere Götter?

 

Doch man liest auch kluge Sachen:

„Du sollst dir kein Bildnis machen.“

(Exodus, Kap. 20,4)

 

Was soll das Ganze überhaupt?

War Mord und Diebstahl denn erlaubt?

War nicht verboten das Betrügen?

War nicht geächtet das Belügen?

Und was ist denn mit Sklaverei,

dem Schutz von Schwachen und derlei?

 

Ethische Normen sind natürlich keine Erfindung der Israeliten, sondern prinzipiell so alt wie die Menschheit. Soziale Gruppen können vermutlich nicht überleben, wenn ihre Mitglieder untereinander lügen, stehlen und morden dürfen.

 

Hochstehende Moralvorstellungen hatten beispielsweise schon die Sumerer (ca. 2400 v. Chr. - 1700 v. Chr.): „Ihren eigenen Aussagen nach schätzten die Sumerer Güte und Wahrheitsliebe, Gesetz und Ordnung, Freiheit und Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, Mitleid und Anteilnahme. Sie verabscheuten Bosheit und Lügenhaftigkeit, Gesetzlosigkeit und Unordnung, Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Unredlichkeit und Unaufrichtigkeit, Grausamkeit und Unbarmherzigkeit.“

Samuel Noah Kramer und Paul Bandisch: Geschichte beginnt mit Sumer. München 1959, S. 86f.                                                Quelle: https://hpd.de/node/10535

 

Etwa 1750 v. Chr. wurde - ebenfalls im sumerischen Zweistromland - der Codex Hammurapi, eine umfangreiche  Sammlung von Gesetzen, aufgeschrieben.

 

In den ersten drei der Zehn Gebote „offenbart“ sich ein eifersüchtiger und rachsüchtiger Gott: „Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation“ (Exodus 20,5). Dies liegt ethisch weit unter den heutigen Standards, zu denen auch die Religionsfreiheit gehört.

Das vierte Gebot ist insofern sinnlos, als die Einstellung eines Kindes zu seinen Eltern sich im Wesentlichen aus deren Verhalten ergibt. Es ist nicht angebracht, Eltern zu ehren, wenn diese massiv gegen die Interessen des Kindes verstoßen. Die Gebote fünf bis acht erscheinen vernünftig, berücksichtigen aber nicht besondere Notsituationen. „Du sollst dir kein Gottesbild machen ...“ (Exodus 20,4), eigentlich das zweite Gebot, wird meist von den Kirchen unterschlagen, denn das „Gottverstehen“ gehört ja zu deren Kerngeschäft. Damit das nicht auffällt, wurde das Verbot, des Nächsten Weib, Knecht, Magd und Vieh zu begehren, auf

die Gebote 9 und 10 aufgeteilt.

 

Christen behaupten häufig, die Zehn Gebote seien die Grundlage unserer heutigen Werte. Sie übersehen dabei, dass a) der weltliche Teil dieser Gebote schon lange bei den Völkern selbstverständlich war und b) Demokratie und Menschenrechte gegen den Widerstand der Kirchen erkämpft werden mussten: z.B. Meinungs-,

Gewissens-, Religions- und Informationsfreiheit, das Recht auf körperliche Unversehrtheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau und das Selbstbestimmungsrecht (u.a. im sexuellen Bereich).

Mose gab uns das Gesetz,

zehn Gebote an der Zahl.

Dazu hört man viel Geschwätz

von Aposteln der Moral:

 

„Die zehn Gebote gehören zu den „Basics“ christlicher Verkündigung. Darüber hinaus  sind sie sowohl das Urmaterial der Gesetzgebung in allen westlichen Zivilisationen als auch die unbestrittene Grundlage unserer Kultur: Emanzipation der Geschlechter, soziale Gerechtigkeit, Sozialgesetzgebung, Demokratie und Schulpflicht, das Recht des Kindes auf Kindheit sind ohne die zehn Gebote nicht denkbar.“

www.ekd.de/gebote/entstehung_gebote.php (Aufruf: 4.10.2011)

 

Todesstrafe für Ehebrecher und Homosexuelle

(Levitikus, Kap. 20 und 21)

 

„Wer Kinder für den Moloch peinigt,

der wird sofort vom Volk gesteinigt.

Wer Vater oder Mutter flucht,

hat fest ‘ne Steinigung gebucht.

 

Ein Mann, der seine Ehe bricht,

der lebe besser weiter nicht.

Wer’s frech mit seiner Mutter treibt,

der wird natürlich auch entleibt.

 

Wer schläft bei seines Sohnes Frau,

dem tödlich auf den Schädel hau.

Und wer von euch ist pädophil,

den rottet aus mit Stumpf und Stil.

 

Und auch des Mannes Knabenliebe

enthaupte man mit einem Hiebe.

Wer schläft beim Mann als wär’s ein Weib,

soll auch verlieren seinen Leib.

(Einheitsübersetzung: „Schläft einer mit einem Mann“)

 

Wer mit der Schwiegermutter pennt,

des sündig Leib im Feuer brennt.

Wer schuldig ist der Sodomie,

den töte man und auch das Vieh.

 

Vom Leibe dem die Rübe haut,

der seiner Schwester Blöße schaut.

Wer pimpert in der Periode,

der sündigt schwer, bringt ihn zu Tode.

 

Die Deuter von den Zeichen,

die machet all´ zu Leichen.

Die Priester sollen Bärte tragen,

sich niemals zu den Huren wagen.

 

Kann man des Priesters Tochter kaufen,

dann legt sie auf den Scheiterhaufen.

Wer Gott mit Flüchen peinigt,

wird ebenfalls gesteinigt.“

 

„Gestützt auf die Heilige Schrift, welche sie als Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind.“ Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2357

 

Gott droht mit fürchterlichen Plagen

(Deuteronomium, Kap. 28 und 32; Maleachi, Kap. 1)

 

„Hörst du nicht auf meine Stimme,

straf ich dich mit meinem Grimme.

Was auch immer ihr versucht,

es wird gleich von mir verflucht.

 

Kinder, Lämmer, Kälber,

Fluch auf dir auch selber.

Hitze, Dürre, Brand und Fieber

oder wär dir Gelbsucht lieber?

 

Bist für meine Worte taub?

Asche regnet’s dann und Staub.

Wirst vor deinem Feind verzagen,

der wird dich zerstreu’n und schlagen.

 

Vögel werden Leichen fressen,

blind tappst du umher indessen.

Krätze wird dich elend quälen,

Unrecht wird dich nicht verfehlen.

 

Deine Frau wird niemals dein,

deine Reben: ohne Wein.

Häuser werden dich nicht schützen,

Tiere werden dir nichts nützen.

 

Schließlich werde ich befehlen,

Sohn und Tochter dir zu stehlen.

Doch ich plage dich noch weiter:

Kopf bis Fuß seist du voll Eiter.

 

Scheusal wirst du sein und Spott,

dienen einem fremden Gott,

einem Gott aus Holz und Stein,

Würmer fressen deinen Wein.

 

Weiter sinkst du tief und tiefer,

Früchte frisst das Ungeziefer.

Weil so riesengroß mein Zorn,

nehm ich dir das letzte Korn.

 

Öl und Schafe, Früchte, Most?

Dies sei fortan eure Kost:

Nachgeburt und Fleisch der Kinder

gibt es nun statt Lamm und Rinder.

 

Dieses Fleisch wird derart knapp,

für Verwandte fällt nichts ab.

Also werde ich mich rächen,

freun mich an dem Leid der Frechen.

 

Wer mich nicht zutiefst verehrt,

wird alsbald von mir verzehrt.

Wer mir frech die Treue bricht,

kommt vor mein Spezialgericht.

 

Eure Sünden werden teuer:

Schlangengift und Höllenfeuer.

Töten kann ich und auch heilen,

treffen euch mit meinen Pfeilen.

 

Töten werd ich, die mich hassen,

die mich ehren, leben lassen.“

 

Gott war nicht professionell,

schuf den Menschen viel zu schnell.

Dieser war nicht ausgereift,

was der Herr nicht recht begreift.

 

Und so droht und mordet er

hinter seiner Schöpfung her.

Jauchze drum, du Volk des Herrn,

denn er hat euch alle gern.

 

Kohelet

(Der Prediger Salomo)

Alles ist eitel

(Kohelet, Kap. 1 und 2)

 

Besitz, Gewinn: wo ist der Sinn?

Die Erde steht, der Mensch vergeht,

die Sonne auf- und untergeht,

der Wind, der weht, der Wind, der geht.

 

Der Fluss, der fließt, ins Meer sich gießt

und aus dem Meer kommt Wiederkehr.

Was ist, wird sein, im Sonnenschein,

im Sonnenlicht gibt´s Neues nicht.

 

Statt Weisheit ich nur Leiden find,

ich hasch nach Wind, ich hasch nach Wind.

Ich baute Häuser, pflanzte Wein

und Vieh in großer Zahl war mein.

 

Was ich nur wollte, konnt ich kriegen:

auch Frauen, Rinder, Schafe, Ziegen.

Viel Wissen konnt ich mir erwerben,

doch auch der Kluge muss mal sterben.

 

Es nützt dir nichts, wenn du viel weißt,

zur Ruhe kommt nicht nachts der Geist.

Geschäft bringt Ärger nur und Sorgen,

es hält dich wach fast bis zum Morgen.

 

Alles hat seine Zeit

(Kohelet, Kap. 3)

 

Weinen und klagen, sterben, sich plagen,

töten und tanzen, lieben und pflanzen,

Frieden und Streit hat seine Zeit.

Deshalb hab ich mir gedacht:

Gott hat für uns dies gemacht.

Glück und Besitz sind Geschenke,

kommen von Gott, dies bedenke.

Oft man auch sieht: Unrecht geschieht.

Was auch geschah, es war schon da.

 

An die Thessalonicher (I)

(verfasst etwa 50)

Laut neutestamentlicher Forschung handelt es sich hier um den ältesten Text des Neuen Testaments.

 

„(Die) Juden hindern uns zu lehren,

die Heiden alle zu bekehren.

Propheten töteten sie schon,

sie töteten den Himmelssohn.

Der Menschen Freunde sind sie nie,

der Zorn des Herrn kam über sie.

1. Thessalonicher 2 (15,16)

 

Sollte Paulus, was F.D. Gilliard annimmt, zwischen den Versen 15 und 16 kein Komma gemacht haben, wären nicht „die“ Juden, sondern nur eine örtliche Gruppe von Juden gemeint gewesen. Vgl. Gilliard, Frank D.: The Problem of the Antisemitic Comma between 1 Thessalonians 2.14 and 15, NTS 35/4 (1989), 481-502.

Für eine besonders starke Abneigung des Paulus gegenüber „den“ Juden spricht aber, dass er sich in mehreren Briefen sehr negativ äußert und quasi ein Konvertit war. „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ (F.W. Bernstein)

Mit den getöteten Propheten sind nach Gilliard die Propheten Jesu und nicht Personen des Ersten Testaments gemeint.

 

                                                                                                                      Die Brunst der Lust, des Fleisches Schwächen:                                                                                                                                                          

Der Herr mag´s nicht und wird sich rächen.

Er steigt herab mit Feldgeschrei,

die Schläfer aus der Totengruft,

 

sie zieh´n zum Herren durch die Luft,

lebendig noch sind wir dabei.

Gleichwie ein Dieb in finstrer Nacht

der Herr dereinst Gerichtstag macht.

 

Gleichwie der Schmerz ein schwang´res Weib,

ergreift er jedes Sünders Leib.

Zum Schluss will ich noch dieses sagen:

Sollt trösten und die Schwachen tragen.

 

Sollt beten ohne Unterlass,

sollt danken, denn der Herr will das.

Sollt beten, prüfen, selig sein,

vermeidet aber bösen Schein.“

1.        Thessalonicher  4 (5-17) 5 (2-21)

 

Heilung von Kranken, Scheintoten und Toten

Ich glaub, wer Jesu Kleid berührte,

alsbald Gesundheit wieder spürte.

Die Schwiegermutter hatte Fieber.

der Heiland hielt sie bei der Hand,

 

das Fieber schnell ein Ende fand.

Das war der Frau natürlich lieber.

Auch diese Heilung war sehr fein:

Ein Mann mit Aussatz wurde rein.

Mark 1 (40-42) 6 (56)  Matt 14 (36) 

 

Ich glaub auch diesen Bibelzeilen:

Der Heiland konnte Gichtbruch heilen.

Wenn man ihn freundlich darum bat,

er stets erfolgreich dieses tat.

 

Dass ihr wisst von meiner Macht,

gebet nun auf dieses acht:

Stehe auf und gehe heim!“

Dazu weiß ich keinen Reim.

 

Sofort legte sich die Gicht,

solches sah man bisher nicht.

Er stand auf und nahm sein Bett.

Jesus war zuweilen nett.

Mark 2 (3-12)  Matt 8 (5-13)  Luk 5 (17-26)

 

Ich glaub, der Satan macht uns krank,

doch Jesus heilt uns, Gott sei Dank.

Ich glaub, er heilte immer wieder,

und alle Geister fielen nieder.

 

Ich weiß nicht, was den Herrn dran hindert,

dass er auf Dauer Leiden lindert.

Ich glaub, dass er auf Erden weilte

und dort sogar die Toten heilte.

Mark 3 (11-12) 5 (36-43)

 

Dem Blinden er ins Auge spuckte,

worauf der Blinde wieder guckte.

Ich glaub, den Kranken half der Glaube,

es sprachen Stumme, hörten Taube.

 

Am Sabbat heilte Jesu Wort,

da war die Hand nicht mehr verdorrt.

Und die Moral davon ist nun:

Auch samstags sollst du Gutes tun.

 

Ich glaub, dem Knecht ging’s wirklich schlecht,

da kam Herr Jesus grade recht.

Sein Hauptmann war total bescheiden,

drum heilte Jesus gleich das Leiden.

 

Zwei Tote hieß er aufzustehen,

da konnten beide wieder gehen.

Mark 7 (31-37) 8 (22-25)  Luk 6 (6-10) 7 (1-22) 8 (49-56)

 

Ein Weib gab Ärzten all ihr Gut,

doch weiter floss aus ihr viel Blut.

Da rührte an das Weib sein Kleid,

zu enden ihres Leibes Leid.

 

Es stand sofort der Blutgang still,

dies geht, wenn Jesus es so will.

Sie drängte durch die Menschentraube,

und Jesus sprach: „Dir half dein Glaube.“

Mark  5 (25-34)  Luk 8 (43-48)

 

Zehn Männer, die an Aussatz litten,

die taten Jesus Christus bitten.

Sie wurden alle wieder rein.

Ein Wunder muss geschehen sein.

Luk 17 (11-14)

 

Ein Knabe hatte hohes Fieber,

und Jesus sprach: „Geh hin, mein Lieber,

dein Sohn ist fortan nicht mehr krank.“

Oft legt sich Fieber, gottseidank.

Matt 8 (5-13)  Luk 7 (1-10)

 

Von vielen Heilern wird berichtet.

Ob’s wahr ist oder nur erdichtet?

Denn manch antiker Göttersohn,

der heilte lang vor Jesus schon.

 

Ich glaub, dass Er nicht alle heilte,

als Er auf dieser Erde weilte.

Aufs Heilen hatte Er kaum Bock

und heilte deshalb nur ad hoc.

 

Teufelsaustreibungen

Eine Frau dem Herrn erzählt:

„Meine Tochter wird gequält,

weil in ihr ein Dämon ist.“

Schweigsam blieb Herr Jesus Christ.

 

Sie rief dann die Jünger an,

ob der Herr ihr helfen kann.

Schließlich fiel sie vor ihm nieder,

Jesus aber streikte wieder.

 

Jesus schließlich unumwunden:

„Brot gibt man doch nicht den Hunden.“

„Stimmt, der Hund ja nichts erhält,

frisst vom Tisch, was runter fällt.“

 

„Frau, dein Glaube ist sehr groß,

was du willst, das soll geschehen.“

Tochter wurde Dämon los,

Mutter half ihr durch ihr Flehen.

Mark 7 (24-30)  Matt 15 (21-28)

 

In dieser Fernheilungsgeschichte befremdet eine in der Jesusüberlieferung sonst nirgendwo spürbare gleichnishafte Nähe von Heiden und „Hunden“.

 

Aus dem Mensch sprach Antichrist:

„Ich weiß sehr gut, wer du bist.

Bist des Gottes heil´ger Sohn.“

Jesus, um ihn zu bedroh´n:

„Sei nun stumm und fahre aus!“

Laut der Teufel fuhr heraus.

Mark 1 (23-26)

 

Ein Mann im Gadarenerland

war allen als sehr wild bekannt.

Von bösen Geistern umgetrieben,

hat Ketten, Fesseln er zerrieben.

 

Es sprach der Geist: „Ich heiß Legion,

denn von uns gibt es viele schon.“

Die Geister baten Jesus Christ,

zu zaubern wie ein Exorzist.

 

Sie wollten in die Säue fahren,

die grade auf der Weide waren.

Ich glaub, das kann nur Er alleine:

er  jagte alle in die Schweine.

 

Die Schweine stürzen sich ins Meer,

da staunten alle Hirten sehr.

Sie liefen fort, und in der Stadt

erzählten sie, was Jesus tat.

 

Die Städter suchten Jesus dann

und sahen sich den Kranken an.

Der war geheilt, man konnt´ es sehen.

Sie baten Jesus, nun zu gehen.

Mark 5 (1-17)  Luk 8 (26-39)

 

Bei Lena waren es gleich sieben,

die Jesus aus ihr ausgetrieben.

Mark 16 (9)  Luk 8 (2)

 

Die Juden hielten keine Schweine,

auf  ihren Weiden waren keine.

Vielleicht gehörten sie den Heiden,

die Schweine hatten auf den Weiden.

 

Laut Markus (5,13) sprangen 2.000 Schweine ins Meer.

 

Ich glaub, er ist ein Exorzist,

dem Satan nicht gewachsen ist.

Mark 7 (24-30)  Luk 4 (33-37, 41) 6 (18) 7 (21) 9 (37-42) 11 (14-20)

 

Der Geist für Stummheit, Schaum und Fallen,

das ist der schlimmste Geist von allen.

Man soll ihn kräftig kneten

durch Glauben und durch Beten.

 

Dann fährt der Geist frustriert heraus,

mit seiner Macht ist es dann aus.

Doch wenn man Jesus Christus heißt,

verjagt ein Wort den bösen Geist.

 

Es hören sogar taube Geister

auf diesen Exorzismusmeister.

Und stumme Geister müssen schreien

beim Mensch-vom-stummen-Geist-Befreien.

Mark 9 (17-29)

 

Ich glaub, bei schweren Anfallsleiden

da können sich die Geister scheiden.

Jedoch ich weiß als guter Christ:

oft hilft da nur ein Exorzist.

 

Ich weiß, der Papst denkt ebenso,

und bin deshalb von Herzen froh.

An Exorzisten herrscht kein Mangel

dank Benedikt und Josef Stangl.

 

Bischof Josef Stangl war verantwortlich für den Exorzismus bei Anneliese Michel. Vermutlich war er auch mitverantwortlich für deren Leiden und Tod, da sie nicht ausreichend ärztlich versorgt wurde. Vgl. www.theologe.de/theologe9.htm

 

 Der Kirchenschoß ist fruchtbar noch,

aus dem der Teufelsglaube kroch:

 

„Wenn die Kirche öffentlich und autoritativ im Namen Jesu Christi darum betet, daß eine Person oder ein Gegenstand vor der Macht des bösen Feindes beschützt und seiner Herrschaft entrissen wird, spricht man von einem Exorzismus. Jesus hat solche Gebete vollzogen [Vgl. Mk 1,25-26]; von ihm hat die Kirche Vollmacht und Auftrag, Exorzismen vorzunehmen [Vgl. Mk 3,15; 6,7.13; 16,17.]. In einfacher Form wird der Exorzismus bei der Feier der Taufe vollzogen.“

Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1673.

 

Es ist gewiss kein Exorzist,

wer sich vorm Teufel gleich verpisst.

Es gilt, ihn zu vertreiben,

doch möchte der gern bleiben.

Oft hilft nur eine kleine List:

das Opfer zu entleiben.

 

Jesus über den Reichen in der Hölle

Lazarus lag voller Schwären

vor des Reichen Haus.

Konnte nicht den Hunden wehren,

bald war’s mit ihm aus.

 

Engel trugen ihn nach oben

in des Abrams Schoß.

Kann nun dort den Herren loben,

litt auf Erden bloß.

 

Später starb dann auch der Reiche,

wurde schnell begraben.

Doch zur Hölle fuhr die Leiche,

wo sie Flammen haben.

 

Also müssen alle zahlen,

die nach Reichtum streben.

Ewig sind die Höllenqualen,

kurz nur ist das Leben.

 

Sah den Abraham von Ferne

mitsamt Lazarus:

„Etwas Wasser hätt ich gerne,

weil ich schmoren muss.“

 

Abram sprach: „Gedenke, Sohn,

gut ist’s dir ergangen.

Höllenpein ist nun dein Lohn,

Wasser dein Verlangen.

 

Zwischen uns ist eine Kluft,

niemand kann zu dir,

und von deiner heißen Gruft

führt kein Weg nach hier.“

 

„Bitte sende Lazarus

in mein Vaterhaus,

weil er allen sagen muss,

hier hält man’s nicht aus.

 

Soll sie warnend von mir grüßen,

dass sie später nicht so büßen.“

Hat vergebens ihn gebeten:

„Es gibt schließlich ja Propheten!“

 

Doch der Reiche bat erneut:

„Dass die Sünden man bereut,

schicke einen Toten

aus von hier als Boten.“

 

„Hör“n sie nicht,

was Mose spricht,

werden diese Tauben

Toten auch nicht glauben.“

 

Also ging’s dem Reichen schlecht,

der zu spät bereute.

Gottes Männer sind gerecht,

gestern und auch heute.

Luk 16 (19-31)

 

(Kommentar zur Kreuzigung Jesu)

Gott opfert Gott, um so Gott zu versöhnen?

Gott opfert Gott, um sein Werk so zu krönen?

Gott arrangiert, dass man Gott furchtbar quält?

Merkwürdig ist, was die Bibel erzählt.

 

Was hat uns Menschen dies Opfer genützt,

wo es uns doch vor der Sünde nicht schützt?

Warum ließ Gott seinen Sohn nicht am Leben,

warum kann Gott uns nicht einfach vergeben?

 

Bei diesem Quasisuicid

den Herren wohl der Teufel ritt.

Denn dieser Selbstmorddreifachgott

macht sich damit doch selbst zum Spott.

 

Ihr Christen, merkt euch diesen Vers:

den Sohn zu opfern, war pervers!

Wenn euch das jetzt erbost,

dann denkt euch nur getrost:

 

An Sündern, die so sprechen,

wird Gott sich schon noch rächen,

er ist ja Rache-Spezialist.

Nicht jeder ist ein guter Christ!

 

Der 2. Brief des Wolfgang an den „lieben Gott“

Lieber Herrgott, mach mich fromm,

dass ich in den Himmel komm.

Lass dich einfach einmal blicken,

kannst mir auch ‘ne E-Mail schicken:

klosterwolf ät hotmail.com

PS:

Möge es dir bald gelingen,

den Gehörnten umzubringen.

 

 

www.reimbibel.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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