Gott erscheint Hesekiel und spricht zu ihm

(Hesekiel, Kap. 1-3)

 

„Vom Herren kann ich dieses sagen:

Er kam auf einem großen Wagen.

Der Wagen war erfüllt mich Licht,

ich sah es selbst und lüge nicht.

 

Am Wagen waren Menschentiere,

sie hatten Flügel, alle viere.

Ein jeder hatte davon vier,

die Füße waren wie vom Stier.

 

Und alle hatten vier Gesichter,

ich sah es selbst und bin kein Dichter.

Teils Mensch, teils Adler, Löwe, Stier,

und Köpfe hatten sie je vier.

 

Dazwischen gab es große Hitze,

und aus dem Feuer zuckten Blitze.

Acht Menschenhände hatte jeder,

der Wagen hatte große Räder.

 

Die Räder waren grünlichblau,

die Flügel machten laut Radau.

Die Räder folgten den Gestalten,

zum Wenden mussten sie nicht halten.

 

Darüber war ein Himmelsthron,

auch das ist wahr und nicht Fiktion.

Dort saß der Herr im Feuerscheine,

er hatte weder Kopf noch Beine.

 

Den Herren sah zuvor ich nicht,

drum fiel vor Schreck ich aufs Gesicht.

Er sprach zu mir: ´Erhebe dich!´,

da kam der Geist zurück in mich.

 

´Mein Volk ist von mir abgefallen,

drum gehe hin und sprich zu allen.

Und fürchte dich vor ihnen nicht,

weil Gott durch dich zu ihnen spricht.´

 

Er gab mir dann ein großes Blatt,

das ER zuvor beschrieben hat.

Er gab mir diesen Brief zu essen,

ich habe ihn dann aufgegessen.

 

Wie Honig war er süß im Mund,

dann tat der Herr mir dieses kund:

´Das Volk, das ich für dich erwähl,

das ist das Volk von Israel.

 

Von diesem muss ich leider sagen,

sie hören nicht auf meine Klagen.´

Da hob der Geist mich weit empor,

ich hörte Dröhnen wie zuvor.

 

Nachdem dies alles ich gehört,

war sieben Tage ich verstört.

Ich war an einem fremden Ort

und hörte dort des Herren Wort:

 

´Wer schuldig ist, soll dafür sterben,

doch sollst du ihn zuvor verwarnen.

Tust du das nicht, wird er getötet.

Wenn du das tust, und er nicht umkehrt,

 

wird sterben er für seine Sünden.

Doch wenn du warnst, und er nicht sündigt,

dann hast zwei Leben du gerettet,

des Sünders Leben und das eigne.´“

 

Die Wahrheit oder Anfallsleiden?

Der Leser möge selbst entscheiden.