Jephthah opfert Gott seine Tochter
(Das
Buch der Richter, Kap. 11)
Jephthah hatte
eine Tochter,
die war Jungfrau, und
die mocht’ er.
Nach dem Sieg mit Gottes
Segen
kam sie ihm mit Klang
entgegen.
Indirekt dem Herrn
versprochen
(“Lass mich über Ammon
siegen,
sollst dann auch ein
Opfer kriegen.
Wer zuerst kommt aus dem
Haus,
den such ich als Opfer
aus.“)
wurde ihr Genick
gebrochen.
Durfte vorher lange
flennen,
musste aber schließlich
brennen.
Und es scheint, dass diesen Brand
Gott im Himmel prima fand.
Grausam scheint uns solcher Brauch,
doch der Herr liebt süßen Rauch.
Menschenopfer hat er gern,
ziemlich fies ist das vom Herrn.
Engel schon mal Söhne schützen,
Töchtern aber selten nützen.