Gott kündigt sein Gericht über Edom an

(Jesaja, Kap. 34)

 

„So hört nun, ihr Völker, horcht auf, ihr Nationen:

Der Herr ist erzürnt, er ist zornig den Heeren.

Sie sollen dem Herren ein Schlachtopfer sein,

er hat sie im Zorne dem Tode geweiht.

 

Die Berge soll´n triefen vom Blute der Leichen,

die Luft sei verpestet von ihrem Gestank.

Die Heere der Heiden, sie werden verwelken,

wie Früchte am Feigenbaum werden sie schrumpfen.

 

Am Himmel erscheint dann das Schwert meiner Rache,

seht her, wie es fährt auf die Heiden herab.

Das Schwert ist voll Blut, und es trieft von dem Fette

der Lämmer und Böcke, der Widder und Büffel.

 

Der Herr hält ein Schlachtfest in Bozra und Edom,

er schlachtet die Kälber und Stiere und Ochsen.

Das Land wird bedeckt sein vom Blut und vom Fett,

ein Tag ist´s der Rache, Vergeltung für Zion.

 

Das Wasser wird Pech sein, der Boden gleicht Schwefel,

und alles wird brennen bei Tag und bei Nacht.

Das Land ist verödet, und Rauch steigt empor,

dort hausen nur Dohlen und Eulen und Raben.

 

Die Bocksgeister treiben ihr Unwesen frech,

die Edlen von Edom, sie leben nicht mehr.

Es ranken sich Dornen an ihren Palästen,

ein Ort für Schakale, Hyänen und Geister.

 

Auch Lilit, das Nachtgespenst, findet dort Ruhe,

der Kauz legt hier Eier und brütet sie aus.

Der Herr hat´s befohlen, dass Geier hier wohnen,

die Tiere besitzen für immer das Land.“