Dieses
Gedicht widme ich Christopher P. und Millionen weiterer Menschen,
denen die
katholische Kirche noch heute Gift in den Zaubertrank der Liebe träufelt.
Gott
vertreibt Adam und Eva aus dem Paradies
(1. Buch Mose, Kap. 3)
Naschverbot im Himmelsgarten?
Eher nicht, was wir
erwarten.
Eva war es etwas bange,
doch dann sprach zu ihr
die Schlange:
„Sterben wirst du dadurch nicht.“
Weiter dann die Schlange
spricht:
„Diese Frucht ist
wirklich heiß,
wissen wirst du, was
Gott weiß.“
Eva aß, danach ihr Mann.
Adam sah sich die Eva an,
dachte sich: "Mein Gott, wie
böse,
Eva hat ja eine Möse."
Adam zierte Sack und Glied.
Eva sah den Unterschied,
machte ihm 'ne Feigenhose.
(Diagnose: Sexneurose.)
Haben sich dann schnell versteckt,
dass der Herr sie nicht entdeckt.
Doch im Fall des Sündenfalles
checkte Jahwe sofort alles:
"Sag mir, Adam, wo du bist!
Warum hast du dich verpisst?"
(Logisch ist die Frage Mist,
weil der Herr allwissend ist.)
Adam drauf: "Ich bin ganz
nackt,
darum hat mich Furcht gepackt."
"Wer hat dir das denn gesagt?",
hat der Herr zurückgefragt.
"Hast du von dem Baum genommen,
soll mein Zorn dich überkommen!"
"Herr, verschone meinen Leib,
diese Frucht gab mir das Weib."
Jahwe sprach drum Eva an:
"Warum hast du das getan?"
Eva sprach: "Ich ward betrogen,
denn die Schlange hat gelogen."
Jahwe sprach direktemange
diese Worte zu der Schlange:
"Weil du Böses hast getan,
fresse Erde nun fortan.
Menschen sollst du giftig stechen,
strafen sie für ihr
Verbrechen."
Und zu Eva sprach er dann:
"Dein Verlangen sei der Mann.
Schwanger werde und beim Kreißen
soll es dir den Leib
zerreißen."
Und zu Adam sprach er schließlich:
"Deine Tat stimmt mich verdrießlich.
Folgtest deines Weibes Rat,
strafen will ich deine Tat.
Ich verfluche deinen Acker,
also gehe hin und racker
dich auf deinen Feldern ab,
bis zu Staub du wirst im Grab."
Jahwe wurde richtig fies:
“Raus aus meinem Paradies!
Fortan sei die Sünde erblich,
alle Menschen seien sterblich!“
Trotz des Herren strenger Mahnung:
beide hatten keine Ahnung.
Wußten nicht, was bös und gut,
was man lässt, und was man tut.
Wegen einer Schlangenlist
wurde Gott zum Exorzist.
Und so weiß heut’ jeder Christ,
dass der Schöpfer reizbar ist.
Theologen von Beruf
rätseln, wer das Böse schuf.
Dafür gibt es viele Taler
vom normalen Steuerzahler.
Kirchensteuer außerdem,
denn zentral ist das Problem.
Einig sind sie sich schon lange:
Satan sprach aus dieser Schlange.
Gott war´s nicht, so viel steht fest,
der hasst Böses wie die Pest.
Doch es bleiben arge Zweifel:
wer zum Teufel schuf den Teufel?
Ganz moderne Theologen
haben deshalb schon erwogen,
dass der böse Antichrist
Teil des lieben Gottes ist.
Denn aus Güte schuf Gott kaum
den verfluchten Früchtebaum
und der schwachen Menschen Sucht
nach dem Fleisch der süßen Frucht.
„Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel, ich bewirke das
Heil und erschaffe das Unheil. Ich bin der Herr, der das alles vollbringt.“
(Jesaja 45,7)
Die perfide Grund- und Geschäftsidee des sexualfeindlichen
Christentums ist die dreiste und absurde Behauptung einer „Erbsünde“. Für das
„Sündigen“ hätten sich Eva und Adam „frei“ entschieden. Gott strafe deshalb bis
heute Christen, Atheisten, Buddhisten usw. sowie deren Kinder durch
Katastrophen, Krankheit, Hunger und Tod. Laut einer Umfrage von Klaus-Peter
Jörns (1996) glauben jedoch nur noch 13% der in Berlin-Brandenburg befragten
evangelischen Pfarrer an die Erbsünde.
Menschen haben oft das Gefühl, frei entscheiden zu können.
Tatsächlich sind Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen jedoch nie frei von
Ursachen. Auch wenn diese uns oft nicht bewußt sind. Der „freie“ Wille
existiert nur in vielen menschlichen Gehirnen als Illusion. Ethik und anständiges
Verhalten gibt es auch ohne diesen Irrtum.
„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er
will.“
Nach Arthur
Schopenhauer, dt. Philosoph (1788-1860)
Denk drüber nach in aller Stille,
wovon er frei, der „freie“ Wille.
http://www.giordano-bruno-stiftung.de/Archiv/realfreih.pdf
„Theologie ist die
Kunst, Dinge zu beweisen, die es nicht gibt und die Keiner wirklich braucht.“
Bernd Vowinkel, dt. Physiker
Das
Christentum und die vielen anderen religiösen Unterdrückungs- und
Ausbeutungssysteme sind die eigentliche Erbsünde, die Menschen immer noch auf
nachfolgende Generationen übertragen.
Die Methode, Menschen Schuldgefühle einzureden und ihnen dann
vorzumachen, man könne sie vor einer ewigen göttlichen Bestrafung schützen, bringt
den Kirchen seit Jahrhunderten viel Geld. Die 27 Bistümer der katholischen
Kirche in Deutschland haben im Jahr 2008 Kirchensteuern in Höhe von
5.066.000.000 Euro eingenommen. Gleichzeitig bekamen sie staatliche
Unterstützungen, die mindestens genauso hoch waren. Kein Wunder, dass Pfaffen
auf antiklerikale Kritik allergisch reagieren.
S.
auch: http://www.kirchensteuer.de/ www.reimbibel.de/L7.htm
Wolfgang Klosterhalfen
Reimbibel
Heitere Aufklärung über den christlichen Aberglauben
BoD, Mai 2010, 319 S., 19.90 €
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