Wolfgang Klosterhalfen

O Gott: die Bibel!

Bibelgeschichten in Form von Gedichten (Version 7 der Reimbibel)

BoD, März 2013, 308 S., 19.90 €, Kindle: 9.99 €

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Starb Jesus für unsere Sünden?

 

Es ist schon ein Kreuz mit der Bibel. Auch im sog. Neuen Testament findet man Erzählungen, die kuscheltheologisch äußerst bedenklich sind und sich in einigen Gegenden nicht mehr gut vermarkten lassen. Daher protestieren Protestanten wie Präses Nikolaus Schneider - und sogar der katholische Oberschafshirte und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Dr. Robert Zollitsch http://www.kreuz.net/article.9028.html  - seit einiger Zeit gegen die unter Christen immer noch vorherrschende Meinung, der liebe Gott habe (wegen der ständigen Sünden der ihm anscheinend misslungenen Menschheit) seinen Sohn (also quasi sich selbst) zur Vergebung der Sünden (damit er sich wieder einigermaßen beruhigen kann) am Kreuz geopfert (was eine extrem perverse Idee ist und zumindest diesseits bisher nichts gebracht hat):

 

„Gott braucht kein Sühneopfer“, sagte der leitende Geistliche der rheinischen Kirche dem im Düsseldorf erscheinenden evangelischen Magazin. „Denn es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden.“ Wohl aber bräuchten die Menschen die Botschaft vom Kreuz:

„Als Zeichen für Gottes Liebe und Solidarität, als Symbol für das Mitgehen Gottes mit uns durch den Tod hindurch.“
http://www.ekir.de/ekir/ekir_53536.php

 

"Düsseldorf (idea) – „Der Tod Jesu war schrecklich und sinnlos.“ Diese Auffassung vertritt der ehemalige Rundfunkpfarrer Burkhard Müller (Bonn) in einem Interview mit dem evangelischen Monatsmagazin „chrismon plus rheinland“ (Juli-Ausgabe)."

http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/theologe-der-tod-jesu-war-schrecklich-und-sinnlos.html

 

„Lässt sich bestreiten, dass gerade der Begriff des Sühneopfers zumindest in populären Vorstellungen oft geradezu peinliche heidnische Missverständnisse aufkommen ließ: als ob Gott so grausam, ja sadistisch sei, dass sein Zorn nur durch das Blut seines eigenen Sohnes besänftigt werden könne? Als ob ein Unschuldiger als Sündenbock, Prügelknabe und Ersatzmann für die eigentlichen Sünder dienen müsse!“

(Hans Küng, Christ sein, S. 515f)

 

Ich empfehle diesen Vorbetern, wenigstens mal die Reimbibel zu lesen. In der kommt nämlich auch ein Christ zu Worte, und der sagt in Übereinstimmung mit dem „Neuen Testament“:

 

Ich glaub als guter, frommer Christ,

dass ER für mich gestorben ist.

Ich glaub, es war nicht nur geprahlt,

dass ER für meine Sünden zahlt.

Weil ich vorm Herrn ein Sünder bin,

gab ER für mich sein Leben hin.

 

Belegt wird dies u.a. mit den folgenden Bibelstellen (Ev.-kath. Einheitsübersetzung):

 

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Matthäus, 20 (28); Markus 10 (45)

 

Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,

Der 1. Brief des Paulus an die Korinther, 15 (3b)

 

Durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.

Der Brief des Paulus an die Epheser, 1 (7)

 

Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat.

Der Brief des Paulus an die Kolosser, 2 (14)

 

In der Einheitsübersetzung wird der Brief an die Hebräer (Kap. 12,24) so kommentiert:

„Blut der Besprengung: Dem alttestamentlichen Opferblut (vgl. Ex 24,8; Hebr 9 15,15-22) entspricht im Neuen Bund das Blut Christi.“

 

Gott opfert Gott, um so Gott zu versöhnen?

Gott opfert Gott, um sein Werk so zu krönen?

Gott arrangiert, dass man Gott furchtbar quält?

Merkwürdig ist, was die Bibel erzählt.

 

Was hat uns Menschen dies Opfer genützt,

wo es uns doch vor der Sünde nicht schützt?

Warum ließ Gott seinen Sohn nicht am Leben,

warum kann Gott uns nicht einfach vergeben?

 

Bei diesem Quasisuicid

den Herren wohl der Teufel ritt.

Denn dieser Selbstmorddreifachgott

macht sich damit doch selbst zum Spott.

 

Ihr Christen, merkt euch diesen Vers:

den Sohn zu opfern, war pervers!

Wenn euch das jetzt erbost,

dann denkt euch nur getrost:

 

An Sündern, die so sprechen,

wird Gott sich schon noch rächen,

er ist ja Rache-Spezialist.

Nicht jeder ist ein guter Christ!

 

Quelle:Reimbibel, Version 7, 2013, S. 175f

 

 

www.reimbibel.de