Wolfgang Klosterhalfen
Reimbibel
Heitere Aufklärung über das „Buch der Bücher“
BoD, Oktober 2011, 324 S., 19.90 €
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„Mutter“ Teresa: Heilige
oder unbarmherzige Schwester?
Ein wesentliches Merkmal der römisch-katholischen Kirche
(RKK) ist deren Verlogenheit. Heutzutage wird meistens nicht plump gelogen,
sondern bei Bedarf zur Täuschung der Öffentlichkeit die Wirklichkeit extrem
einseitig dargestellt. Verlogen ist insbesondere der Umgang der RKK mit der
Bibel (Verschweigen unangenehmer Forschungsbefunde, einseitiges Zitieren,
opportunistisches Interpretieren), ihrer eigenen Geschichte (s. z.B. www.reimbibel.de/Kirche-im-Dritten-Reich.htm
www.reimbibel.de/KG.htm ), ihren
Finanzen und sozialem Engagement (s. Violettbuch Kirchenfinanzen von Carsten
Frerk), dem Zölibat, den Sexualstraftätern in ihren Reihen und den Opfern
dieser Täter.
Zum unredlichen Gebaren der RKK gehören auch Selig- und
Heiligsprechungen verstorbener Katholiken und Katholikinnen. Allein Papst
Johannes Paul II. hat 1338 Seligsprechungen und 482 Heiligsprechungen
vorgenommen. Zu den Seliggesprochenen gehört auch Kardinal von Galen, der ein
Kriegshetzer war und sich erst spät öffentlich gegen die Euthanasie-Verbrechen
der Nazis ausgesprochen hat. Zu diesem Zeitpunkt waren schon 70.000 Menschen
umgebracht worden. Danach wurde weniger auffällig weitergemordet.
Die 2003 in einem Eilverfahren selig gesprochene „Mutter“
Teresa (MT), die bürgerlich Anjezë Gonxhe Bojaxhiu hieß, wird schon heute von
vielen als eine Heilige verehrt. Lebenslauf und weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Mutter_Teresa
.
Einige Kritiker halten die Nobelpreisträgerin (1979) jedoch
für eine unbarmherzige Schwester, die zum Nachteil von Hilfsbedürftigen in
erster Linie ihre religiösen Spinnereien pflegte. Der Schwerpunkt der Kritik an
MT bezieht sich auf das von ihr geleitete Sterbehaus in Kalkutta. Es scheint MT
in erster Linie darum gegangen zu sein, in den Leidenden Jesus zu begegnen,
d.h. ein eigenes religiöses Bedürfnis zu befriedigen: „Jesus in der Gestalt des
Brotes und in den zerstörten Körpern unserer Armen, das ist der selbe Jesus“.
Das entscheidende Problem war, dass MT das Leiden der
Sterbenden verherrlicht hat, und es deswegen nicht durch eine bessere Hygiene,
eine angemessene ärztliche Versorgung oder starke Schmerzmittel reduzieren
wollte. Für die sterbenden Hindus gab es schmale Pritschen in einem mit fünfzig
Männern oder Frauen überfüllten Raum, Nummern über den Pritschen, schlechtes
Essen, keine Möglichkeit, sich außerhalb des Betts zu bewegen, Besuchsverbot,
nicht-sterilisierte Spritzen, schlecht ausgebildetes Personal, überforderte
Helfer, und – ein Ausdruck christlicher Respektlosigkeit - Taufwasser.
MT hat anscheinend Hunderte von Millionen Dollar veruntreut
(ohne sich persönlich zu bereichern), die ursprünglich gespendet wurden, um
Leiden zu lindern. Einen Teil davon hat vermutlich der Vatikan für die
Missionierung von „Heiden“ ausgegeben. Öffentlich zugängliche
Rechenschaftsberichte haben die (un)barmherzigen Schwestern der „Nächstenliebe“
bisher nicht vorgelegt.
Ausführlichere
Kritiken:
http://www.mutter-teresa.info/verachtung.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15888/1.html
http://www.meteorbooks.com/index.html
Photos:
http://www.facebook.com/group.php?gid=326098194662&v=photos&ref=ts
Zeugenaussage
von Colin Goldner:
http://forum.hpd.de/viewtopic.php?t=83#p420
Kritische
Videos:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5256520
http://www.youtube.com/watch?v=p3tUuA7WBRE&feature=player_embedded
http://www.youtube.com/watch?v=dSvFCwGmGow&feature=related
Die Finsternis im Herzen
der „Mutter“ Teresa (Buchrezension)
Gegen den Willen der Verstorbenen hat Brian Kolodiejchuk in
einem Buch zahlreiche Briefe und Notizen von „Mutter“ Teresa veröffentlicht,
die die innere Verzweiflung dieser leidenschaftlichen und an ihrem Glauben
leidenden katholischen Missionarin dokumentieren.
Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, geboren
1910 in Skopje, hat
sich als ein Werkzeug Gottes gesehen: „Gott liebt die Welt heute so sehr, dass
Er Sie gibt, dass Er mich gibt, um die Welt zu lieben, um seine Liebe zu sein,
sein Mitleid.“ (S. 343)
Sie war als „Braut Christi“ geradezu süchtig nach dem
Leiden, dem eigenen und dem Anderer. Sie wollte Jesus in Schmerz, Elend und
seelischer Not nahe sein, in den Gepeinigten begegnen: „Ich möchte eine Heilige
werden, indem ich das Dürsten Jesu nach Liebe und nach Seelen stille.“
(S. 172) „Leiden, Schmerz, Versagen – ist nichts anderes als
ein Kuss von Jesus, ein Zeichen dafür, dass du Jesus am Kreuz so nahe gekommen
bist, dass Er dich küssen kann.“ (S. 327) „Wir müssen das Dürsten eines
unendlichen Gottes stillen, der vor Liebe stirbt. Nur totale Hingabe kann den
brennenden Wunsch einer wahren Missionary
of Charity erfüllen. Sein Sühneopfer zu sein – zu seiner Verfügung zu
stehen.“ (S. 383)
An einer Verbesserung der Lebensumstände der Armen in
Kalkutta, von deren eigener Religion in dem ganzen Buch nicht die Rede ist, war
sie wenig interessiert: „Wir sind keine Sozialarbeiter. Wir sind kontemplative
[=beschauliche] Schwestern im Herzen der Welt. 24 Stunden am Tag sind wir mit
Jesus.“ (S. 332) „Die Armen sind verbittert und leiden, weil sie nicht das
Glück kennen, die die Armut mit sich bringen kann, wenn sie für Christus
ertragen wird ...“ (S. 114) Wieviele Hindus die „Schwestern der Wohltätigkeit“
auf welche Weise missioniert haben, wird in Teresas Niederschriften nicht
erörtert.
Anrührend ist die Beschreibung ihrer inneren Not von 1950 an
(Gründung des Ordens) bis zu ihrem Tod im Jahr 1997:
„Der Platz Gottes in meiner Seele ist leer“ (S. 13); „Herr,
mein Gott, wer bin ich, dass Du mich im Stich lassen solltest? Das Kind Deiner
Liebe – das nun meistgehasste – dasjenige, das Du weggeworfen hast als
unerwünscht – ungeliebt.“ (S. 220); „Die Einsamkeit des Herzens, das nach Liebe
verlangt, ist unerträglich. – Wo ist mein Glaube? – Selbst tief drinnen in
meinem Innersten ist nichts als Leere & Dunkelheit. ... Wenn es einen Gott
gibt, verzeih mir bitte.“ (S. 221); „Was tust Du, Mein Gott, jemand so Kleinem
an?“ (S. 222); „In meiner Seele fühle ich eben diesen furchtbaren Schmerz des
Verlustes - dass Gott mich nicht will – dass Gott nicht Gott ist – dass Gott
nicht wirklich existiert ...“ (S. 227)
Das von Kolodiejchuk herausgegebene Buch ermüdet durch seine
ständigen Wiederholungen. In den Briefen und sonstigen Äußerungen der
Ordensgründerin, der Kirchenführer, denen sie ihre inneren Qualen anvertraute,
sowie in den häufigen Kommentaren des Herausgebers ist immer wieder das Gleiche
zu lesen. „Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta“ sind aber
trotzdem lesenswert, denn sie gewähren einen einzigartigen Blick hinter die
Fassaden der alleinseligmachenden katholischen Kirche und offenbaren, dass
diese weltweit bejubelte „Ikone der Nächstenliebe“ zumindest in der zweiten
Hälfte ihres langen Lebens eine arme, verlorene Seele war.
Brian Kolodiejchuk (Hrsg.): Mutter Teresa. Komm, sei mein
Licht. Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta.
Pattloch, 2007, 448 Seiten.
Wolfgang Klosterhalfen, 28.9.2010
Wolfgang Klosterhalfen
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