Dr. Wolfgang Klosterhalfen, In der Donk 30, 40599 Düsseldorf, 5.8.2013

 

Amtsgericht Düsseldorf

Werdener Straße 1

40002 Düsseldorf

 

Antrag nach §11 LPG NRW

 

Antragsteller:

Dr. Wolfgang Klosterhalfen

In der Donk 30

40599 Düsseldorf

 

Antragsgegner:

Michael Vogler

Chefredakteur

Westdeutsche Zeitung (WZ)

Königsalle 27

40212 Düsseldorf

 

Es wird beantragt:

1. Dem Antragsgegner wird aufgetragen, gemäß LPG NRW §11 die folgende Gegendarstellung zu veröffentlichen.

2. Der Antraggegner hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.

 

Gegendarstellung

 

In der WZ vom 11.7.2013 wurde unter der Überschrift „Bücherei: Atheist fühlt sich diskriminiert“ auf Seite 15 über mich behauptet: „Wolfgang Klosterhalfen ... schrieb deshalb eine neunseitige Eingabe an den Beschwerdeausschuss der Stadt, in dem er wortreich beklagt, dass die Stadtbücherei partout nicht seinen Kaufempfehlungen für Bücher wie: „Wer zur Hölle will schon in den Himmel?“ oder „Der Jesus-Wahn“ folgen will.“

 

Hierzu stelle ich fest: Ich habe mich nicht auf neun Seiten wortreich beklagt. Drei der neun Seiten stammen von der Stadt Düsseldorf, der Beschwerdeteil meiner Eingabe hat nur etwas über vier Seiten, auf denen ich ausführlich begründe, warum ich die empfohlenen Bücher für nicht zu speziell, sondern geeignet für die Stadtbücherei halte.

 

Die WZ schrieb weiter: „Elf religions- und kirchenkritische Bücher schlug Klosterhalfen vor, zwei hat die Stadtbücherei immerhin angeschafft oder bestellt.“

 

Hierzu stelle ich fest: Die Stadtbücherei hat wiederholt alle elf Bücher als zu speziell abgelehnt. Erst nach meiner Beschwerde beim Ausschuss wurde eins dieser Bücher angeschafft.

 

Ferner schrieb die WZ: „CDU-Sprecher Christian Rütz ... kritisierte die schriftlichen Ausführungen des Petenten, worin der die Kirche als historisch beispiellose Verbrecherorganisation verunglimpft habe.“

 

Hierzu stelle ich fest: Ich habe nicht „die Kirche als historisch beispiellose Verbrecherorganisation“ bezeichnet, sondern geschrieben, dass „bisher keine Verbrecherorganisation so viel Schaden angerichtet hat wie die Kirchen.“

 

Düsseldorf, den 23.7.2013, Dr. Wolfgang Klosterhalfen

 

Begründung:

 

Meine Klage bezieht sich auf einen Artikel in der WZ vom 11.7.2013,

der entsprechende Zeitungsausschnitt wird beigefügt (s. Anlage K1).

 

Wie ich im Folgenden darlegen werde, hat die WZ über meinen Streit mit der Stadtbücherei Düsseldorf unter Nennung meines in Deutschland nur zweimal vorkommenden Vor- und Nachnamens einseitig, nicht auf meine Argumente, sondern auf meine Person abzielend, zu meinen Ungunsten berichtet und dabei falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet. Sie hat die Position der Stadtbücherei dagegen ausführlich und unkritisch-positiv dargestellt, und es dabei an der gebotenen journalistischen Sorgfalt mangeln lassen. Aus meiner Sicht hat die WZ die Tatsachen auf den Kopf gestellt. Ich sehe darin eine Rufschädigung und erwäge eine Strafanzeige wegen des Verdachts der üblen Nachrede.

 

Durch den WZ-Artikel können mir Nachteile u.a. bei Freunden, Bekannten, Nachbarn und der HHU Düsseldorf, der ich als Außerplanmäßiger Professor angehöre, entstehen. Als Autor eines bibel- und kirchenkritischen Buchs, einer sogenannten Reimbibel, und Künstler, der weiterhin bibel- und kirchenkritische Gedichte und Texte auf der Bühne vortragen möchte, können mir außerdem Nachteile u.a. bei Journalisten, Verlagen sowie potentiellen Lesern und Zuhörern entstehen.

 

Mit Schreiben vom 23.7.2013 habe ich den Chefredakteur der WZ, Herrn Michael Vogler, eine Gegendarstellung geschickt und ihn aufgefordert, diese abzudrucken.

Text des Schreibens: s. Anlage K2.

Auslieferungsvermerk der Post, s. Anlage K3.

 

Der stellvertretende Chefredakteur der WZ, Herr Lothar Leuschen, hat mir mit Schreiben vom 29.7.2013 mitgeteilt, die WZ würde keine Gegendarstellung abdrucken. Beweis: Original des Schreibens, s. Anlage K4.

 

Herr Leuschen schrieb mir u.a.:

„Ihre Eingabe an den Beschwerdeausschuss umfasst in der Tat neun Seiten. Sie selbst räumen das in Ihrem oben erwähnten Schreiben ein ...“

 

Diese Behauptung ist nicht wahr. Wahr ist, dass die von der Stadt im Internet veröffentlichten Sitzungsunterlagen zwar neun Seiten haben, aber nur die Seiten 2 bis 7 von mir stammen. Nur etwas über vier Seiten davon betreffen meine Beschwerde, und darin geht es überwiegend um von mir vorgebrachte Argumente dafür, dass die vorgeschlagenen Bücher für die Stadtbücherei gut geeignet sind. (s. von der Stadt – auch der WZ – vorab zur Verfügung gestellte Sitzungsunterlagen in Anlage K5, s. auch das entsprechende PDF im Rathausinformationssysten: http://tinyurl.com/qdreu9h).

 

Herr Leuschen schrieb weiter:

„Sie ... weisen auf die vier Seiten Begründung aus Ihrer Feder hin. Dies als wortreich zu bezeichnen ist sicher unkritisch. Sie selbst nennen es in Ihrem Schreiben „ausführlich“.“

 

Dem halte ich entgegen: Es geht nicht um die Adverbien „wortreich“ vs. „ausführlich“, sondern darum, dass die WZ aus tatsächlich nur etwas über vier Seiten ganz überwiegend sachlicher Argumentation neun Seiten gemacht hat, auf denen ich mich beim Beschwerdeausschuss beklagt habe. Da die WZ dem Leser mit keinem Wort mitgeteilt hat, wie ich auf diesen gut vier Seiten argumentiert habe, und wie ich diese Argumentation mündlich vor dem Ausschuss ergänzt habe (s.u.), wird beim Leser der Eindruck erzeugt, unter dem, was ich geschrieben und gesagt habe, sei nichts, was wert ist, berichtet zu werden. Der Leser kann den Eindruck bekommen, ich habe in einem ungewöhnlich langen Schreiben von neun Seiten nur meinem Unmut freien Lauf gelassen.

 

Da allgemein bekannt ist, dass es Querulanten gibt, die emotional getönte und ansonsten substanzlose Schreiben verfassen, ist anzunehmen, dass schon allein Satz 4 des ersten Absatzes des WZ-Artikels geeignet ist, den Eindruck zu erwecken, es handele sich bei mir um einen Spinner oder zumindest eine psychisch auffällige Person.

 

Wegen dieser tendenziösen und falschen Darstellung halte ich es für mein Recht, in Absatz 2 meiner Gegendarstellung darauf hinzuweisen, dass ich ausführlich begründet habe, warum ich die empfohlenen Bücher nicht als zu speziell, sondern geeignet für die Stadtbücherei halte.

 

In meinem mündlichen Vortrag vor dem Beschwerdeausschuss am 10.7.2013 habe ich in kurzer Form Argumente aus meiner schriftlichen Beschwerde dargelegt und zusätzlich Ergebnisse einer OPAC-Katalog-Recherche präsentiert, die ich erst nach Eingabe meiner schriftlichen Beschwerde unternommen hatte.

Glaubhaftmachung: Manuskript meiner Rede mit eidesstattlicher Erklärung von mir, dass diese Rede exakt mit dem vorgelegten Ms. übereinstimmt. (s. Anlage K6).

 

In dieser Rede habe ich u.a. gesagt:

Etliche der von mir empfohlenen Bücher laufen bei Amazon gut. Das Buch zweier Bestsellerautoren, die zuvor Generation Doof verfasst hatten, erhielt inzwischen sensationelle 109 Leserrezensionen. Der Jesuswahn von Heinz-Werner Kubitza erhielt 55 Besprechungen. Das Buch des Didaktik-Professors Uwe Lehnert Warum ich kein Christ sein will kam auf 61 überwiegend positive Rezensionen allein bei Amazon. Zum Kinderbuch Wo bitte geht´s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel liegen 136 Amazon-Kritiken vor. Zum Vergleich: die populärsten Werke von Anselm Grün, von dem inklusive CDs 95 verschiedene Titel von der Stadtbücherei bestellt wurden oder von Margot Käßmann und Hans Küng liegen deutlich darunter.“

(s. Anlage K6, Seite 1, Absatz 5).

„Gleichzeitig hat die Stadt eine große Anzahl prochristlicher Bücher gekauft. Darunter waren drei wissenschaftliche Bücher und Dutzende von Büchern, die man durchaus als recht speziell bezeichnen kann.“

(s. Anlage K6, S. 1, Absatz 2, Sätze 3 und 4).

 

Während sämtliche Bücher meiner Liste als zu speziell oder zu wissenschaftlich abgelehnt wurden, scheinen prochristliche Bücher der Stadt wesentlich besser zu gefallen. Ab Januar 2012 hat sie über 130 fromme Bücher erworben. Darunter waren auch vier Kinderbücher. Das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht´s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel“ von Michael Schmidt-Salomon wurde dagegen als zu speziell abgelehnt. Wenn Sie erlauben, kann ich Ihnen einige Beispiele für recht spezielle prochristliche Buchanschaffungen nennen.

 

Ausbreitung, Leben und Lehre der Kirche in den ersten drei Jahrhunderten

Das Blut der heiligen Anastasia

Der Frevel am Altar der heiligen Klara

Heilige in Köln

Die kirchliche Krise des Spätmittelalters

Vinzenz Pallotti – ein leidenschaftliches Leben

Antonius von Padua

Pater Pio hat geholfen

Paulus: Wie der Christenverfolger die Liebe entdeckte

Predigten zum Johannesevangelium von Aurelius Augustinus

Sonderheft Bistum Würzburg: Aufsätze

Tot in die Kirche?“

(s. Anlage K6, S.1, letzter Absatz und S. 2, 1. Absatz).

 

Glaubhaftmachung: Liste von 134 tendenziell prochristlichen Büchern, die die Stadtbücherei zwischen Januar 2012 und Juni 2013 angeschafft hat (s. Anlage K7).

 

Die Tatsache, dass von explizit kirchenkritischen elf Büchern keines, aber von das Christentum prinzipiell bejahenden Büchern über 130 angeschafft wurden, macht die von der WZ referierten Einlassungen des Direktors der Stadtbücherei hinfällig.

Es wurde nicht – wie Herr Dr. Kamp von der WZ zitiert wird – nach Aktualität, Qualität und Kundennachfrage entschieden oder unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Stadtbücherei keine Universitätsbibliothek ist, sondern aus meiner Sicht nach den Kriterien „prochristlich“ vs. „kirchenkritisch“. Bei der Behauptung, alle von mir vorgeschlagenen Bücher seien zu speziell, handelt es sich um eine Schutzbehauptung.

 

Herr Dr. Kamp hat weder in seiner schriftlichen Einlassung (s. Anlage K5, S. 8-9) noch in seinem mündlichen Vortrag vorm Ausschuss näher erläutert, warum er alle elf Bücher für zu speziell hält. Er ist mit keinem Wort auf meine Argumentation eingegangen, obwohl ich in meiner Beschwerde ausführlich dargelegt habe, warum diese elf bzw. zwölf Bücher nicht zu speziell sind, sondern sich gut für die Leserschaft der Stadtbücherei eignen (s. Anlage K5, S. 3-5).

 

Da der Mitarbeiter der WZ, Herr Alexander Schulte, in seinem Artikel weder aus meiner schriftlichen Beschwerde vom 8.5.2013 noch aus meiner Rede im Rathaus am 10.7.2013 (s. Anlage K6) ein einziges meiner Argumente referiert, den Direktor der Stadtbücherei aber argumentativ ausführlich zu Wort kommen lässt und berichtet, die Politik sei dieser Argumentation gefolgt, und der CDU-Sprecher Christian Rütz habe die Erklärungen des Direktors als plausibel bezeichnet, wird dem Leser suggeriert, die Stadtbücherei habe überzeugende Argumente für ihre ablehnende Haltung vorgelegt, der Petent habe hingegen auf neun Seiten nur diffus geklagt, und die Beschwerde sei auf die problematische Persönlichkeit des Petenten zurückzuführen. Der Beschwerdeführer sei nicht diskriminiert worden, sondern – s. Überschrift des WZ-Pamphlets - ein „Atheist“ und „Gottesleugner“ fühle sich nur diskriminiert.

(Den Begriff „Gottesleugner“ fasse ich als eine christliche Unverschämtheit auf.)

 

Dieser Überschrift folgt in großer Schrift eine falsche Tatsachenbehauptung:

„Petent verlangt den Ankauf von elf kirchenkritischen Büchern – und blitzt ab“. Dadurch werde ich als jemand charakterisiert, der unverschämte und unrealistische Forderungen stellt und deshalb zurecht zurückgewiesen wird. Die Formulierung „blitzt ab“ ist zusätzlich tendenziös im Sinne einer Herabwürdigung meiner Person.

 

Die Behauptung, ich hätte den Ankauf von elf Büchern verlangt, ist jedoch aus der Luft gegriffen. Tatsächlich hatte ich nur höflich um die Anschaffung einiger der Bücher gebeten:

„Es würde ich mich daherfreuen, wenn es Ihnen möglich wäre, einige der folgenden Titel ... anzuschaffen.“ Diese Formulierung lag der WZ vor.

Beweis: Anlage K5, S. 2, Absatz 3, Satz 3.

 

Herr Leuschen schrieb weiter:

„Auch die Aussage, dass Sie elf  religionskritische Bücher vorgeschlagen haben, von denen die Stadtbücherei zwei angeschafft beziehungsweise bestellt hat, ist keine Behauptung unsererseits, sondern die im Text eindeutig zugeordnete Aussage des Leiters der Stadtbücherei.“

 

Auch hier werfe ich der WZ vor, dass sie einseitig und unkritisch berichtet hat. Sie hat eine irreführende Behauptung von Herrn Dr. Kamp übernommen, aber an dieser Stelle meine dem widersprechende Aussage, keins der elf bzw. zwölf Bücher sei angeschafft worden, unter den Tisch fallen lassen.

 

Herr Dr. Kamp hat in seiner Stellungnahme vom 14.5.2013 geschrieben (s. Anhang K5, Seite 8 unten und S. 9 oben):

„Der Antragsteller hatte mit Schreiben vom 09.03.2012 den Stadtbüchereien zwölf Bücher aus dem Themenbereich „Religionskritik“ zur Anschaffung vorgeschlagen. Diese Vorschläge wurden sowohl von der zuständigen Fachlektorin für Religion als auch vom verantwortlichen Abteilungsleiter für den Bestandsaufbau eingehend geprüft.

 

Das vom Antragsteller zur Anschaffung vorgeschlagene Buch von Eva Müller „Gott hat hohe Nebenkosten“ ist bereits unter der Signatur Kfr 5 Muelle im Bestand der Stadtbücherei vorhanden.“

 

Mit dieser Darstellung erweckt der Direktor der Stadtbücherei (vorsätzlich?) den falschen Eindruck, von den zwölf im März 2012 vorgeschlagenen Büchern sei schon ein Buch angeschafft worden. In Wahrheit stand mein Buch nicht auf dieser 12er-Liste, es konnte dort auch gar nicht stehen, da es erst im Jahr 2013 erschienen ist.

 

Dies hätte der Journalist Schulte erkennen können, wenn er zur Überprüfung der gegensätzlichen Aussagen von mir (es wurde kein Buch angeschafft) und Herrn Dr. Kamp (es wurde bereits ein Buch angeschafft) einen Blick auf die Seiten 3 bis 5 meiner Beschwerde geworfen hätte, auf der das Buch von Frau Müller natürlich nicht steht. Er hat es aber vorgezogen, ohne weitere Nachprüfung der irreführenden Darstellung von Herrn Dr. Kamp zu glauben und hat so beim Leser den falschen Eindruck erweckt, von den elf bzw. zwölf im März 2012 vorgeschlagenen Büchern sei immerhin eins angeschafft worden.

 

Herr Dr. Kamp schreibt weiter auf Seite 9, oben:

„Erworben werden soll daneben die Neuauflage des Buches von Carsten Fink „Violettbuch der Kirchenfinanzen“, das ebenfalls zur Anschaffung vorgeschlagen wurde.“

 

Dazu stelle ich fest, dass die Stadtbücherei von März 2012 (Einreichen meiner ersten Liste) bis zum Zeitpunkt meiner Eingabe am 8. Mai 2013 mir gegenüber nie mitgeteilt hat, sie beabsichtige das „Violettbuch“ von Carsten Frerk anzuschaffen. Über ein Jahr lang hat sie keine Anstalten gemacht, dieses Buch zu kaufen. Noch am 15. März 2013 sowie am 10.4.2013 wurde mir von Klaus Peter Hommes, dem Leiter der Beschaffungsabteilung, mitgeteilt, die Bücher seien zu speziell bzw. zu wissenschaftlich (s. Anlage K8, oben und K9).

 

Erst nach meiner Beschwerde vom 8. Mai 2013 wurde dem Beschwerdeausschuss am 14. Mai 2013 mitgeteilt, dass man das „Violettbuch“ anschaffen wolle. Der Grund für die Anschaffung dürfte also meine unmittelbar vorausgegangene Beschwerde gewesen sein und der Versuch, etwas davon abzulenken, dass – grundgesetzwidrig – Weltanschauliches für die Anschaffungspolitik entscheidend war und gegenüber kirchenkritischen Autoren und potentiellen Lesern entsprechender Bücher Zensur geübt wurde.

 

Die WZ hat bei ihren Lesern den Eindruck erweckt, die Stadtbücherei sei auf immerhin zwei meiner Buchwünsche eingegangen. Sie schrieb nämlich: „Elf religions- und kirchenkritische Bücher schlug Klosterhalfen vor, zwei hat die Stadt immerhin angeschafft oder bestellt.“ (s. Anlage K1, Absatz 2).

 

Sie hat dabei fahrlässigerweise übersehen, dass a) das Buch von Eva Müller nicht zu der Liste gehört hat, über deren Behandlung ich mich beschwert habe und b) die Anschaffung des „Violettbuchs“ erst nach meiner Beschwerde ins Auge gefasst wurde. Meine Beschwerde über die skandalöse Behandlung meiner Liste wäre sogar auch dann noch gerechtfertigt gewesen, wenn danach alle zwölf Bücher angeschafft worden wären.

 

Weiter schrieb Herr Leuschen:

„Das Zitat ...“worin der die Kirche als historisch beispiellose Verbrecherorganisation verunglimpft habe“ ... bezieht sich eindeutig auf eine Aussage des CDU-Sprechers und ist kein Zitat unsererseits aus Ihrer Beschwerdeschrift.“

 

Damit hat Herr Leuschen vollkommen Recht. Trotzdem bedarf die Aussage der WZ

„CDU-Sprecher Christian Rütz ... kritisierte die schriftlichen Ausführungen des Petenten, worin der die Kirche als historisch beispiellose Verbrecherorganisation verunglimpft habe“ (s. Anlage K1, letzter Satz) einer korrigierenden Gegendarstellung.

 

Die WZ hat hier nämlich eine falsche Tatsachenbehauptung verbreitet, die geeignet ist, den Eindruck zu erwecken, ich sei ein „aggressiver Atheist“, der zu einer differenzierten Beurteilung der Kirchen wegen emotionaler Voreingenommenheit nicht fähig ist. Dazu stelle ich fest: Ich bin nicht der Auffassung und habe nie behauptet, dass es sich bei den beiden großen Kirchen um Verbrecherorganisationen handelt.

 

In meiner Beschwerde schrieb ich, dass „... bisher keine Verbrecherorganisation so viel Schaden angerichtet hat wie die Kirchen, ...“.

(s. Anlage K5, S. 6, Absatz 4, oben). Ich schrieb nicht „keine andere Verbrecherorganisation“. Hätte ich geschrieben: „Keine Nation hat so viele Mitglieder wie die katholische Kirche“ würde man daraus ja auch nicht schließen, ich sei der Auffassung, die katholische Kirche sei eine Nation.

 

Herr Rütz hat sich auf einen Teil meiner schriftlichen Eingabe bezogen, in der ich angeregt habe, die Stadt möge generell über ihr Verhältnis zu den Kirchen nachdenken. In diesem Zusammenhang habe ich auf christlichen Chauvinismus hingewiesen, der u.a. aufgrund der Kriminalgeschichte des Christentums nicht angebracht sei. Letzteres habe ich in sieben Punkten skizziert und dazu vier weiterführende Links angegeben.

 

Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Franz Dieter Simons (CDU), hat den umfangreichen Anregungsteil meiner Eingabe nicht zur Diskussion im Plenum zugelassen. Dies hat Herrn Rütz nicht daran gehindert, eine falsche Tatsachenbehauptung zu diesem Teil zu verbreiten und mich damit in ein schlechtes Licht zu rücken. Der WZ werfe ich vor, dass sie sich nicht die Mühe gemacht hat, in meiner schriftlichen Beschwerde nachzusehen, ob ich mich tatsächlich in der Weise geäußert habe, wie Herr Rütz vorgetragen hat. Stattdessen hat sie eine falsche Tatsachenbehauptung verbreitet und diese auch noch aus dem Zusammenhang gerissen. Dem Leser wird als Folge mangelnder journalistischer Sorgfalt suggeriert, ich habe bei meiner Beschwerde über die Stadtbücherei mal eben „die Kirche“ als historisch beispiellose Verbrecherorganisation bezeichnet.

 

Das von der WZ wiedergegebene Zitat von Herrn Christian Rütz ist in besonderer Weise geeignet, meinen Ruf zu schädigen, denn 99% der Leser werden die mir unterstellte Sichtweise für empörend halten. Es ist zum Schutz meiner Person erforderlich, dass die WZ meine entsprechende Gegendarstellung abdruckt.

 

Anlagen

K1 WZ-Artikel „Atheist fühlt sich diskriminiert“ vom 11.7.2013 (Original)

K2 Klosterhalfen an Vogler (WZ),  Gegendarstellungsverlangen vom 23.7.2013

K3 Auslieferungsvermerk zum Gegendarstellungsverlangen vom 23.7.2013

K4 Leuschen an Klosterhalfen, Ablehnung des Verlangens, 29.7.2013

K5 Vorlage 12/ 12/2013 der Stadt, die meine Eingabe vom 8.5.2013 enthält

K6 Rede von Klosterhalfen vor dem Anregungs- und Beschwerdeausschuss

K7 Liste von 134 tendentiell prochristlichen Büchern, die die Stadt beschaffte

K8 Ablehnung der Buchwünsche von Klosterhalfen per Mail vom 15.3.2013

K9 Ablehnung der Buchwünsche von Klosterhalfen per Brief vom 10.4.2013

 

 

Zum Hindergrund des skandalösen WZ-Artikels:

 

Fairer Artikel in der NRZ, der allerdings wahrheitswidrig berichtet, vier von zwölf Büchern seien angeschafft worden.

(Da die NRZ offensichtlich auf einen Darstellungstrick der Stadtbücherei reingefallen ist, wurde keine Gegendarstellung verlangt.)

http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duesseldorf/ueber-gott-und-die-welt-id8170699.html

 

Scan des Artikels in der WZ:

http://tinyurl.com/kwj5arn

(Diese Internetseite wird nicht von mir betrieben. Keiner der Kommentare stammt von mir.)

 

(Unvollständige) Liste von 134 tendenziell prochristlichen Büchern, die die Stadtbücherei im Jahr 2012 anschaffte:

www.reimbibel.de/K7.htm

 

Komplette Ablehnung der ersten Bücherliste von Dr. Klosterhalfen durch die Stadtbücherei:

www.reimbibel.de/K8.htm

 

Von der Stadt der WZ vorab zur Verfügung gestellte Sitzungsunterlagen:

- Wahrheitswidrige Ankündigung der Sitzung des Anregungs- und Beschwerdeausschusses (Seite 1)

- Eingabe von Dr. Klosterhalfen (Seiten 2-7)

- Stellungnahme von Herrn Dr. Norbert Kamp (Direktor der Stadtbibliothek) mit wahren, aber irrelevanten Behauptungen (Seiten 7-9)

http://goo.gl/IvnrI

 

Ms. der Rede von Dr. Klosterhalfen vor dem Ausschuss:

www.reimbibel.de/x3.htm

 

Klage von Dr. Klosterhalfen beim Amtsgericht Düsseldorf:

(Die Klage bezieht sich auf eine kürzere zweite Version der o.a. Gegendarstellung. Sie wurde wegen des vorläufig festgelegten Streitwerts von 10.000 Euro an das Landgericht verwiesen. Wegen des hohen Prozesskostenrisikos wurde die Klage zurückgezogen.)

www.reimbibel.de/KlageWZ.htm

 

 

Wolfgang Klosterhalfen

O Gott: die Bibel!

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www.reimbibel.de