Wie fromm ist das Düsseldorfer Rathaus?

Am Mittwoch, dem 10.07.13, tagt ab 15.00 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses der Anregungs- und Beschwerdeausschuss der Stadt Düsseldorf. Ein Instrument, welches die Stadt eingerichtet hat, um Bürgern die Möglichkeit zu bieten, direkt mit Ideen und Anregungen Einfluss auf das kommunale Leben und die städtische Politik zu nehmen und Verwaltungshandeln überprüfen zu lassen. 

Als TOP 2 wird diesmal die Beschwerde von Prof. Dr. Wolfgang Klosterhalfen behandelt, der eine Bücherliste - mit der Bitte, einige Titel davon anzuschaffen - an die Stadtbibliothek gesandt hatte.

Nach einer Prüfung lehnte die Stadtbibliothek jedoch den Kauf sämtlicher auf der Liste aufgeführten Werke ab - weil sie religionskritische Inhalte haben?

Geht es zunächst augenscheinlich nur um eine Bücherliste, so geht es bei näherer Betrachtung dem Beschwerdeführer auch allgemein um das Verhältnis der Stadt zu den Kirchen.

Es geht dabei vor allem um den Umgang mit einer Bevölkerungsgruppe, die sich anschickt, die absolute Mehrheit der Düsseldorfer zu stellen, deren Interessen aber im Rathaus nicht vertreten werden. Nach dem statistischen Jahrbuch der Stadt gehörten 2009 bereits 46 % der Bürgerinnen und Bürger keiner der beiden großen Kirchen an.

Bei der überwiegenden Mehrheit hiervon handelt es sich um religionsfreie Menschen. In Düsseldorf hat sich ihr Anteil an der Bevölkerung in nur 20 Jahren verdoppelt.

Verhindert klerikaler Einfluss und Klüngel im Stadtrat, dass für diese große Gruppe Politik gemacht wird?

Prof. Dr. Klosterhalfen wird in der Sitzung den religionsfreien Standpunkt vertreten. Vorher wird er vor dem Rathaus einen Büchertisch mit den kirchenkritischen Werken aufstellen, die von der Stadt als zu speziell abgelehnt worden sind.

(Dirk Imhof, Smaragdweg 14, 47877 Willich, für den Düsseldorfer Aufklärungsdienst)